Mit blauem Punkt ins All

  • 23. September 2013

Alexander Gerst startet 2014 zu seiner Mission „The Blue Dot“ zur ISS.

Zum Tag der Luft- und Raumfahrt am 22. September 2013 in Köln haben DLR und ESA das Logo und den Namen der ISS-Mission des nächsten deutschen ESA-Astronauten bekannt gegeben. „Mit seiner Mission ‚The Blue Dot‛ tritt Alexander Gerst in die Fußstapfen der zuletzt vor ihm zur ISS geflogenen deutschen ESA-Astronauten Thomas Reiter und Hans Schlegel“, erklärte DLR-Vorstandsvorsitzender Johann-Dietrich Wörner.

Austronauten auf der Bühne beim Tag der Luft- und Raumfahrt

Abb.: Ein Großteil des europäischen Astronautencorps: Reinhold Ewald (D), Thomas Pesquet (F, verdeckt), André Kuipers (NL), Alexander Gerst (D), Frank de Winne (B, verdeckt), Léopold Eyharts (F) und Andreas Mogensen (DK; Bild: DLR; CC-BY-SA)


Der Name der Missions ist angelehnt an das Bild, das die NASA-Raumsonde Voyager beim Verlassen des Sonnensystems von der Erde zurückgeschickt hat. Der US-Astronom Carl Sagan beschrieb dabei die Erde als „Pale Blue Dot“, als blassblauen Punkt, der sich vom tiefen Schwarz des Alls als Oase des Lebens abhebt und gleichermaßen fragil und schützenswert ist.

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Abb.: Das Missionslogo „The Blue Dot“ zeigt die Erde, wie sie die Raumsonde Voyager beim Verlassen des Sonnensystems gesehen hat. (Bild: ESA)

Unter dem Motto „Shaping the future - Zukunft gestalten“ soll der promovierte Geophysiker und ESA-Astronaut Alexander Gerst am 28. Mai 2014 vom Weltraumbahnhof in Baikonur in Kasachstan zur Internationalen Raumstation ISS aufbrechen. Im November 2014 soll der 37-jährige zur Erde zurückkehren. Alexander Gerst fliegt zusammen mit dem russischen Kosmonauten Maxim Wiktorowitsch Surajew und NASA-Astronaut Gregory Reid Wiseman an Bord des russischen Sojus-Raumschiffes zur ISS. Wie üblich hat er seine Vorbereitungen aber bereits fast abgeschlossen, denn für den nächsten Besatzungswechsel im November 2013 bildet er mit seinen Kollegen die Ersatz-Crew.

Während seiner für 166 Tage angesetzten Mission wartet auf Gerst ein umfangreiches wissenschaftliches Programm: Etwa vierzig Experimente aus Materialphysik, Humanphysiologie, Strahlenbiologie, Sonnenforschung, Biologie und Biotechnologie, Fluidphysik, Astrophysik und Technologiedemonstrationen gehören zu seinem Arbeitspensum. Darüber hinaus sind zahlreiche Experimente und Vorhaben zur Bildung und Nachwuchsförderung geplant, darunter zum Beispiel das Columbus-Eye, ein Erdbeobachtungsexperiment mit ferngesteuerten Kameras an Bord der ISS, das das DLR-Raumfahrtmanagement und die Universität Bonn in Zusammenarbeit mit der NASA durchführen.

Viele der Experimente stammen dabei aus Deutschland. Darunter der EML, der elektromagnetische Levitator, ein Schmelzofen, der berührungslos die unterschiedlichsten Materialproben aufschmelzen kann. Ziel der Forschung ist es, auf der Erde nicht erreichbare Präzisionsmessungen bestimmter thermophysikalischer Eigenschaften von chemisch aggressiven Metallschmelzen vorzunehmen. Außerdem soll Gerst das Magnetfeldexperiment MFX/MagVector installieren und in Betrieb nehmen. Das Experiment soll die Stärke und Qualität des schützenden Erdmagnetfelds innerhalb der ISS vermessen. Ein weiterer Schwerpunkt der „Blue Dot“-Mission ist die Humanphysiologie. Dazu sind eine Reihe anspruchsvoller Experimente zu den Themen Hautalterung und Hautschutz, Ernährung und Stoffwechsel sowie Strahlenschutz vorgesehen.

Beim Tag der Luft- und Raumfahrt, bei dem das Missionslogo veröffentlich wurde, strömten gut 30.000 Besucher auf das Gelände des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln-Porz. Neben der nächsten ISS-Mission präsentierten das DLR und die Europäische Weltraumorganisation ESA gemeinsam mit ihren Partnern Forschungsprojekte aus Luft- und Raumfahrt, Energie und Verkehr sowie Sicherheit. Bei mildem Spätsommerwetter besichtigten die Besucher die DLR-Forschungsflieger, bestaunten das neue europäische Transportflugzeug den Airbus A400M im Überflug und ließen sich von Wissenschaftlern Windkanäle, einen Brennkammerprüfstand sowie das Schwesterlabor der ISS :envihab erklären. Ebenso fanden intelligente Wärmespeicheranlagen und neu entwickelte Hightech-Werkstoffe für Flug- und Raumfahrzeuge reges Interesse. Astronauten wie Alexander Gerst berichteten über ihre Arbeit und das Leben im Weltraum. Ein Höhepunkt war der Klebstoff-Weltrekord eines an zwei verklebten Stahlbolzen hängenden LKWs.

Gelände des DLR

Abb.: Rund 30.000 Besucher kamen zum Tag der Luft- und Raumfahrt auf das Gelände des DLR in Köln. (Bild: DLR; CC-BY-SA)

 

Johann-Dietrich Wörner zeigte sich erfreut über die große Besucherzahl: „Das bestätigt auf eindrucksvolle Weise, welchen hohen Stellenwert und Anerkennung die Forschung des DLR in Deutschland genießt. Der Tag der Luft- und Raumfahrt 2013 war ein voller Erfolg.“

Während der Veranstaltung hatten sechzig Blogger, Wissenschaftskommunikatoren und Medienvertreter die Gelegenheit, sich über einige der Schlüsselmissionen von DLR und ESA zu informieren, woran die Netz-Community unter dem Stichwort #socialspace live via Twitter und Video-Livestream teilhatte.

DLR / AH

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