Tübingen: Mittelpunkt des Universums

  • 20. September 2013

Die Astronomische Gesellschaft tagt vom 23. bis 27. September in der Universitätsstadt im mittleren Neckartal.

Unter dem Motto „Wellen und Teilchen – Vielfältige Boten aus dem All“ treffen sich zum 150-jährigen Bestehen der Astronomischen Gesellschaft (AG) mehr als dreihundert Astrophysikerinnen und Astrophysiker aus der ganzen Welt in der bekannten Wissenschaftsstadt. Höhepunkte der Tagung sind neben der Präsentation und Diskussion der neuesten Forschungsergebnisse auch die Vergabe wichtiger Preise, die Feier zum Jubiläum der AG und ein öffentlicher Vortrag des Astronomen und Fernsehmoderators Harald Lesch.

Tagungsplakat

Noch bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts waren astronomische Beobachtungen auf Messungen im sichtbaren Licht beschränkt. Dieser Strahlungsbereich ist jedoch nur ein winziger Teil des gesamten elektromagnetischen Spektrums, welches von kurzwelliger Gammastrahlung bis zur langwelligen Radiostrahlung reicht. Hinzu kommen noch Teilchenstrahlen und Gravitationswellen. Weil unterschiedliche Strahlungsarten ihre Ursachen auch in unterschiedlichen physikalischen Prozessen und Bedingungen haben, lässt sich ermessen, welche Revolution die Astronomie in den letzten Jahrzehnten durch die Möglichkeit der Beobachtung in praktisch allen Strahlungsbereichen erfahren hat. „Erstmals ‚sehen‛ wir bisher verborgene Objekte, Strukturen und Vorgänge im All, können Planeten, Sterne und Galaxien in ihrer gesamten Komplexität untersuchen und damit grundsätzliche physikalische Phänomene im größten uns verfügbaren Labor – dem Kosmos – studieren“, sagt Andreas Burkert, der Präsident der Astronomischen Gesellschaft.

Die Vielfalt heutiger Beobachtungen ist eindrucksvoll in Tübingen repräsentiert. Ob Gamma-Astronomie mit dem HESS-Teleskop, Röntgenbeobachtungen, Radiomessungen mit Lofar und dem SKA, Sub-Millimeter-Astronomie mit dem neuen ALMA-Teleskop in Chile, oder Beobachtungen im Optischen und Infrarot mit Weltraumteleskopen wie Hubble, Kepler und Herschel – Astronomen und Nachwuchswissenschaftler berichten über ihre aktuellen Ergebnisse und Pläne für die Zukunft. Die gleiche Vielfalt findet sich bei den untersuchten Objekten: Sterne, Sternhaufen, Supernovae, Planeten außerhalb des Sonnensystems, die Milchstraße oder ferne Galaxien. Darüber hinaus zählen auch Himmelsdurchmusterungen wie Panstarrs oder die Lichtverschmutzung durch irdische Lichtquellen zu den Themen.

Darüber hinaus verleiht die AG wieder bedeutende Preise. Die höchste in Deutschland vergebene Auszeichnung für astronomische Forschung, die Karl-Schwarzschild-Medaille, erhält Karl-Heinz Rädler vom Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) für seine Beiträge auf dem Gebiet der kosmischen Magnetfelder und der Plasmaphysik. Den Ludwig-Biermann-Förderpreis als herausragender Nachwuchsforscher erhält Frank Bigiel und den Dissertationspreis Matthias Frank (beide vom ZAH Heidelberg). Der vom MPI für Astronomie Heidelberg vergebene Roelin-Preis für Wissenschaftspublizistik geht 2013 an Claus Kiefer aus Köln, den Sonderpreis Jugend forscht erhält Adrian Bali aus Vilshofen.

AG / AH

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  • 30. November 2017

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