Doris geht zum Markt

  • 18. July 2013

Am GSI entwickeltes Strahlungsmessgerät kann größeren Energiebereich abdecken.

Die Firmal RadPro bringt neuartige Dosimeter mit dem Namen Doris auf den Markt. Die von GSI-Mitarbeiter Georg Fehrenbacher und seinen Kollegen entwickelten Strahlungsmessgeräte können einen größeren Energiebereich messen als handelsübliche Geräte.

Das Dosimeter DORIS wurde von GSI-Mitarbeitern entwickelt.

Abb.: Das Dosimeter Doris, entwickelt von GSI-Mitarbeitern (Bild: R. Hoischen, GSI)

„Diese Erfindung hat sich aus unserer Arbeit bei GSI ergeben“, sagt Georg Fehrenbacher, Sprecher des Entwickler­teams. „Es galt, folgendes Problem zu lösen: An der im Bau befindlichen Beschleuniger­anlage FAIR werden wir mit verschiedenen Intensitäten arbeiten. Keines, der auf dem Markt erhältlichen Dosimeter, kann aber einen so großen Energie­bereich abdecken“, sagt Fehrenbacher. Der Grund liegt in ihrer Bauart: Sie sind unter­schiedlich stark abgeschirmt und so entweder nur für hoch- oder nieder­energe­tische Strahlung empfindlich.

Georg Fehrenbacher

Abb.: Georg Fehrenbacher ist Sprecher des Entwickler-Teams. (Bild: G. Otto, GSI)

Dieses Problem lösten Fehrenbacher und seine Kollegen mit dem Dose Recording for Indoor and Outdoor Surveys. Es kann nieder­energe­tische Strahlung von wenigen Kilo­elektron­volt messen, aber auch höhere Energien bis etwa zehn Mega­elektron­volt. Der Trick: unterteilte Detektor­plättchen, die verschieden stark abgeschirmt sind und eine Software, die die Messdaten exakt verrechnet. „Bei Doris sind vier Detektor­plättchen eingebaut, die von vorne und hinten sensitiv sind. Kupferscheiben schirmen jeweils die Hälfte der Plättchen ab. Die Verrechnung aller Werte liefert dann eine genaue Information über die Strahlung.“Die Erfindung hat zu zwei Patenten geführt, deren Entwicklung im Rahmen des Technologie­transfer­projekts finanziert wurde. Das eine betrifft die Rechen­technik und Software, das zweite den mechanischen Aufbau des Dosi­meters. Das Dosimeter muss robust und einfach zu bedienen sein. Außerdem muss es der Witterung standhalten, da es auch draußen zum Einsatz kommen soll.

„Beim zweiten Patent haben wir eng mit der Abteilung Patente und Technologie­transfer zusammengearbeitet“, erzählt Fehrenbacher. Eine Erfindervergütung gibt es für Fehrenbacher auch: „Der finanzielle Aspekt ist aber nicht die Motivation der Erfindung. Das ergibt sich aus unserem Job. Wir versuchen, Probleme zu lösen.“

GSI / CT

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