Sunrise-2: Flug erfolgreich beendet

  • 18. June 2013

Das ballongetragene Sonnenobservatorium ist gestern auf der Halbinsel Boothia im Norden Kanadas gelandet.

Der Ballon stieg am 12. Juni nach einigen Tagen Warten auf gutes Wetter in den Himmel.

Abb.: Der Ballon stieg am 12. Juni nach einigen Tagen Warten auf gutes Wetter in den Himmel. Erst als er genau senkrecht über dem Sonnenobservatorium stand, gab das Kranfahrzeug seine wertvolle Last frei. (Bild: MPS)

Nach mehr als fünftägigem Flug ist das ballongetragene Sonnenobservatorium Sunrise gestern, 17. Juni 2013, um 14.41 Uhr (MESZ) im Norden Kanadas an einem Fallschirm gelandet. Die Landestelle liegt auf der Halbinsel Boothia, der nördlichsten Halbinsel des kanadischen Festlandes. In welchem Zustand sich die Datenspeicher, das Teleskop und die wissenschaftlichen Instrumente nach dem Aufsetzen befinden, ist noch unklar. „Das Observatorium sendet weiterhin Signale hier an die Bodenstation. Das ist ein gutes Zeichen“, sagt Projektleiter Peter Barthol, der sich noch auf der schwedischen Weltraumbasis Esrange nahe der Stadt Kiruna aufhält. Von dort war Sunrise, das unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS) entstanden ist, am vergangenen Mittwoch, 12. Juni 2013, abgehoben. Mit einem Hauptspiegeldurchmesser von einem Meter trägt Sunrise das größte Sonnenteleskop an Bord, das jemals den Erdboden verlassen hat.

Eine Aufnahme einer der Bordkameras, die an der Rückseite des Teleskops angebracht ist, während des Fluges

Abb.: Eine Aufnahme einer der Bordkameras, die an der Rückseite des Teleskops angebracht ist, während des Fluges. Am oberen Rand des Bildes ist der unterste Teil des Ballons zu sehen. Die Fläche unten rechts ist ein Windschutz: eine Spezialfolie, welche die Wärmestrahlung der Instrumente passieren lässt, sie jedoch beim Aufstieg vor dem kalten Wind schützt. Die Aufnahme lässt erkennen, dass die Rückseite des Observatoriums im Schatten liegt. Sunrise richtet sich während des gesamten Fluges selbsttätig zur Sonne aus. (Bild: Col. Sci. Ball. Fac.)

Nach dem Start hatte ein riesiger, mit Helium gefüllter Ballon Sunrise bis auf eine Höhe von mehr als 35 Kilometern getragen. Dort erfassten Polarwinde Gondel und Ballon und trugen sie westwärts. Obwohl die Meteorologen beim Start einen recht raschen Flug vorausgesagt hatten, blieb Sunrise mit etwa 127 Stunden mehr als fünf Tage lang in der Luft. „In dieser Zeit konnten wir viele aktive Regionen und auch mehrere Sonnenflecken auf der Sonnenoberfläche beobachten. Wir sind sehr zufrieden“, sagt Sami Solanki, wissenschaftlicher Leiter der Mission und Direktor am MPS. Sowohl aktive Regionen, als auch Sonnenflecken zeichnen die Sonne aus, wenn sie sich in einer Phase hoher Aktivität befindet. In den so genannten aktiven Regionen sind die Magnetfelder des Sterns besonders dynamisch, in den Sonnenflecken besonders stark. Bereits 2009 war Sunrise zu einem ersten Flug gestartet. Damals befand sich die Sonne jedoch in einem ungewöhnlich langen Aktivitätsminimum.

Die Landestelle von Sunrise-2 auf der Halbinsel Boothia liegt etwas südlicher als die des Erstfluges 2009

Abb.: Die Landestelle von Sunrise-2 auf der Halbinsel Boothia liegt etwas südlicher als die des Erstfluges 2009. (Bild: Wikimedia / MPS)

Im Vergleich zum Erstflug hat Sunrise 2 eine etwas südlichere Reiseroute eingeschlagen. Gestern Nachmittag ergab sich dann eine günstige Gelegenheit zum Landen: Um 13.50 Uhr wurde der Ballon per Funksignal abgetrennt und der Fallschirm trug Sunrise zu Boden. „Bei der ersten Sunrise-Mission hat diese Art der Landung gut geklappt“, so Solanki. Zwar wurde die Gondel leicht beschädigt. Die eigentlichen Schätze, die Datenspeicher und das Teleskop, blieben jedoch völlig unversehrt. Wie sanft die gestrige Landung auf der Halbinsel Boothia war, werden die nächsten Tagen zeigen. Das Bergungsteam ist derzeit auf dem Weg nach Cambridge Bay, dem nächstgelegenen, bewohnten Ort.

Die Instrumente SuFI und IMaX zeigten schon 2009 die Granulation der Sonnenoberfläche in verschiedenen Wellenlängen

Abb.: Die Instrumente SuFI und IMaX zeigten schon 2009 die Granulation der Sonnenoberfläche in verschiedenen Wellenlängen. Die weißen Bereiche im linken Bild entsprechen einzelnen magnetischen Flussröhren. Diese gehen mit hohen magnetischen Feldstärken einher (rechts; Bild: MPS)

Bereits gestern konnte ein Flugzeug aus der Luft einen ersten Blick auf die Landestelle werfen. Erst in den nächsten Tagen wird das Bergungsteam mit dem Hubschrauber aufbrechen, das Observatorium vor Ort zerlegen und in Stücken zurück nach Cambridge Bay transportieren.

MPS / OD

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