Ständig unter Kontrolle

  • 17. June 2013

Ein Armband revolutioniert die Blutdruckmessung.

Die Folgen von Bluthochdruck gehören weltweit zu den häufigsten Todesursachen. Trotzdem misst gemäß Weltgesundheitsorganisation WHO nicht einmal jeder zweite Betroffene regelmäßig den Blutdruck. Das liegt vor allem daran, dass solche Messungen aufwändig sind. Ein neuartiger Sensor fürs Handgelenk, kaum größer als eine Armbanduhr, soll das nun ändern.

Blutdruckmessgerät

Abb.: Erste Prototypen der Blutdruck-Uhr. (Bild: Empa)

Die Firma STBL Medical Research AG hat ein Gerät entwickelt, das sich bequem am Handgelenk tragen lässt und den Blutdruck kontinuierlich aufzeichnet. Mehrere Sensoren messen an der Hautoberfläche in Handgelenksnähe gleichzeitig Anpressdruck, Puls und Blutdurchfluss. „Das Messgerät kann für medizinische Zwecke eingesetzt werden, etwa zur Vorsorge bei Risikopatienten oder zur Behandlung von Bluthochdruck, aber auch als Blutdruck- und Pulsmesser für Freizeitaktivitäten, Sport sowie zur Formstandüberwachung im Spitzensport“, sagt STBL-Mitgründer Michael Tschudin.

Die Ingenieure hatten mit der neuen Technologie vor allem ein Hindernis zu meistern: Der Gerätedruck auf die Haut wechselt ständig, weshalb hoch sensible Korrekturmessungen notwendig werden. Ein Sensor aus piezoresistiven Fasern im Armband misst deshalb den Anpressdruck des Gerätes auf der Haut. So lassen sich bei Veränderungen die Messwerte entsprechend korrigieren. Die Faser ist elektrisch leitend, erkennt eine Verschiebung oder Druckveränderung, wandelt sie in ein elektrisches Signal um und leitet dieses an das Messgerät weiter. Damit gelingt es, die Messgenauigkeit der Blutdruck-Uhr um mehr als 70 Prozent zu steigern. Mittlerweile haben Tests die Funktionsfähigkeit der Sensoren bestätigt.

Der Markt für ein solches Gerät ist immens. Mehr als eine Milliarde Menschen müssten täglich ihren Blutdruck messen, um mögliche Folgen ihrer Hypertonie zu vermeiden. Jährlich werden daher etwa 60 bis 70 Millionen Messgeräte verkauft, die jedoch keine kontinuierliche Messung erlauben. Eine permanente Messung könnte dagegen zusätzliche Sicherheiten bieten und möglicherweise vor einem drohenden Herz- oder Hirninfarkt rechtzeitig Alarm schlagen.

Zurzeit laufen klinische Tests. Das Produkt soll vorerst in zwei Varianten ausgeliefert werden: ein medizinisches Überwachungsgerät und eine abgespeckte Variante als Freizeitgerät etwa für Sportler.

Empa / AH

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