Weltraumschrott: dringender Handlungsbedarf

  • 26. April 2013

Konferenzteilnehmer fordern, die aktive Entfernung von Weltraummüll anzugehen und nachhaltige Strategien umzusetzen.

Die Übereinkünfte der sechsten und bislang größten europäischen Konferenz zum Thema Weltraummüll am Europäischen Satellitenkontrollzentrum der ESA in Darmstadt beinhalten unter anderem, den Bedarf an einer nachhaltigen Lösung für zukünftige Weltraummissionen, einschließlich der Entsorgung nach Beendigung der Missionen; eine Einigung bezüglich des kurzfristigen Bedarfs an aktiver Beseitigung von Weltraummüll; den dringenden Bedarf an Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten, um eine „Pilot“-Mission zur Weltraummüllbeseitigung zu ermöglichen sowie die Übereinstimmung darüber, dass es sich bei der Beseitigung von Weltraummüll um ein Umweltproblem auf globaler Ebene handele, die in einem internationalen Kontext, einschließlich der UN-Gremien, angegangen werden müsse.

6. Europäische Konferenz über die Gefahren von Weltraumschrott am Weltraumkontrollzentrum ESOC in Darmstadt

Abb.: 6. Europäische Konferenz über die Gefahren von Weltraumschrott am Weltraumkontrollzentrum ESOC in Darmstadt (Bild: ESA)

„Unter Experten besteht ein weitreichender und starker Konsens darüber, dass sofortige Maßnahmen zur Weltraummüllbeseitigung unbedingt erforderlich sind“, sagt Prof. Heiner Klinkrad, Leiter des Space Debris Office der ESA in Darmstadt und Konferenzvorsitzender. Der Großteil der Konferenzteilnehmer war sich darüber einig, dass die wachsende Population von Weltraummüll auch eine wachsende Gefahr für wirtschaftlich und wissenschaftlich unverzichtbare orbitale Regionen darstellt.

Die heutige Satelliteninfrastruktur bringt Bürgern und der weltweiten Wirtschaft tägliche Vorteile und hat auch darüber hinaus einen unermesslichen Wert. Die Wiederbeschaffungskosten der zirka tausend aktiven Satelliten in der Erdumlaufbahn werden auf eine Höhe von knapp hundert Milliarden Euro geschätzt. „Obwohl die Maßnahmen gegen die weitere Entstehung von Weltraummüll sowie die aktive Entfernung von ausgedienten Satelliten aus den Umlaufbahnen technologisch anspruchsvoll und potenziell kostspielig sind, gibt es keine andere Möglichkeit, das Weltall als wertvolle Ressource für unsere kritische Satelliteninfrastruktur zu schützen“, sagt Klinkrad. Die direkten Kosten von Satelliten und die Kosten, die mit ihrem möglichen Verlust entstehen, seien weitaus höher, als die Kosten der Abhilfemaßnahmen.

Konzept für künftige Rückholaktionen

Abb.: Konzept für künftige Rückholaktionen (Bild: ESA)

Als Europas führende Agentur für Weltraumtechnologie und Weltraummissionen hat die ESA die Entwicklung einer aktiven Beseitigungstechnologie zum strategischen Ziel erklärt. Im Zuge dessen verstärkt die Agentur eine Reihe langjähriger weltraummüllbezogener Forschungsaktivitäten. Dazu zählt unter anderem die Erweiterung des Verständnisses für die Umstände von Weltraummüll sowie deren zukünftiger Entwicklung.

Eine neue Initiative namens „Clean Space“ (Sauberes Weltall) umfasst die Weiterentwicklung der erforderlichen Technologie, mit welcher zu beseitigende Ziele angesteuert, eingefangen und auf kontrollierte Weise aus der Umlaufbahn befördert werden können (eine Mission zur Einführung dieser Technologie wird derzeit geprüft); die Entwicklung einer Technologie, welche die Umsetzung von Abhilfemaßnahmen unterstützt, wie beispielsweise passive und aktive Vorrichtungen zur Beseitigung aus der Umlaufbahn sowie Deaktivierungsmethoden.

ESA / OD

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