Sechs Jahrzehnte Physikgeschichte im Web

  • 18. April 2013

Physikalische Blätter frei zugänglich (Open Access).

Die kompletten Physikalischen Blätter – so hieß die Mitgliederzeitschrift der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) bis zum Jahr 2001 (heute Physik Journal) – sind digitalisiert und stehen allen Interessierten zur Verfügung. Möglich wurde dies durch die langjährige Zusammenarbeit zwischen DPG und dem Verlag Wiley-VCH, bei dem die Mitgliederzeitschrift erscheint, sowie die Bereitschaft des Verlags, die Digitalisierung auf eigene Kosten durchzuführen. Die 57 Jahrgänge umfassen mehr als 650 Hefte und 30.000 Seiten.

„Dieses Online-Archiv ist eine Schatzkiste der Physik, und ich lade jeden Interessierten dazu ein, in diesen spannenden und faszinierenden Dokumenten zu stöbern und zu schmökern“, sagt Matthias Bartelmann, Universität Heidelberg, DPG-Vorstand für Zeitschriften und einer der Herausgeber des Physik Journal.

Die Autorenliste der „Blätter“ umfasst so berühmte Namen wie Max Born, Otto Hahn, Werner Heisenberg, Pascual Jordan, Max von Laue, Lise Meitner, Max Planck und sogar Papst Pius XII. Das Web-Archiv der Physikalischen Blätter bietet nicht nur einen zeitgenössischen Blick auf die Entwicklung der modernen Physik, sondern ist auch ein Spiegel der Geschichte: vom Wiederaufbau nach dem Krieg, der Angst vor der atomaren Bedrohung, der Mondlandung bis hin zur Reaktorkatastrophe von Tschernobyl und nicht zuletzt der deutschen Wiedervereinigung.

„Wir freuen uns, dass wir den Mitgliedern unseres langjährigen Partners DPG sowie allen Interessierten weltweit dieses Archiv zur Verfügung stellen können. Darüber werden sich sicher nicht nur Wissenschaftshistoriker freuen“, sagt Peter Gregory, Publishing Director von Wiley-VCH. Sämtliche Artikel sind auf Wiley Online Library (onlinelibrary.wiley.com) für jedermann frei zugänglich (Open Access) und über www.physikalische-blaetter.de direkt zu erreichen.

Der Ausgangspunkt für die Physikalischen Blätter liegt im August 1943. In diesem Jahr beschloss der DPG-Vorstand die Gründung einer „Informationsstelle Deutscher Physiker“. Erst im Laufe der 1970er-Jahre wurden die Physikalischen Blätter zum offiziellen DPG-Organ. Mit dem Jahrgang 1980 kam die Umstellung auf ein größeres Format, auch das Layout wandelte sich in den Folgejahren. 2001 erfolgte die Ablösung der Physikalischen Blätter durch das Physik Journal. Als Mitgliederzeitschrift der DPG und größte deutschsprachige Physikfachzeitschrift erreicht das Physik Journal heute über 60.000 Leserinnen und Lesern.

Die Deutsche Physikalische Gesellschaft e. V. (DPG), deren Tradition bis in das Jahr 1845 zurückreicht, ist die älteste nationale und mit über 62.000 Mitgliedern auch größte physikalische Fachgesellschaft der Welt. Als gemeinnütziger Verein verfolgt sie keine wirtschaftlichen Interessen. Die DPG fördert mit Tagungen, Veranstaltungen und Publikationen den Austausch zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit und möchte allen Neugierigen ein Fenster zur Physik öffnen. Besondere Schwerpunkte sind die Förderung des naturwissenschaftlichen Nachwuchses, des Physikunterrichts sowie der Chancengleichheit. Sitz der DPG ist Bad Honnef am Rhein. Hauptstadtrepräsentanz ist das Magnus-Haus Berlin.

Der heutige Wiley-VCH, mit Standorten in Deutschland und in der Schweiz, wurde 1921 durch drei wissenschaftliche Gesellschaften gegründet und ist seit 1996 Teil der John Wiley & Sons Verlagsgruppe. Wiley zeichnet sich durch qualitativ hochwertige Publikationen in allen wichtigen Wissenschaftsgebieten sowie durch enge Partnerschaften mit vielen der weltweit führenden wissenschaftlichen Gesellschaften aus. Zum naturwissenschaftlich-technischen Portfolio gehören etwa 1500 Fachzeitschriften und jährlich mehr als 1500 neue Bücher in gedruckter und elektronischer Form sowie Datenbanken und Nachschlagewerke.

DPG / PH

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