Flerov-Preis für Kernphysik

  • 21. March 2013

Klaus Blaum, Heinz-Jürgen Kluge, Michael Block und Yuri Novikov erhalten den G. N. Flerov-Preis 2013 für „herausragende Beiträge zur Entwicklung hochpräziser Spektroskopie mit Penningfallen“.

In einer Penningfalle lässt sich durch die Überlagerung elektrischer und magnetischer Felder in extremem Vakuum ein einzelnes Ion speichern, das darin eine charakteristische oszillierende Kreisbewegung ausführt. Die Ionenmasse folgt aus der Frequenz, sofern Ladungszustand und Magnetfeldstärke bekannt sind, selbst bei nur wenige Millisekunden existierenden exotischen Teilchen. In der Gruppe von Klaus Blaum am Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg wird bei solch kurzlebigen Kernen eine Genauigkeit von bis zu neun Stellen erreicht – bei stabilen Kernen noch mehr.

Basierend auf Einsteins Prinzip der Masse-Energie-Äquivalenz bestimmen die Forscher Kernbindungsenergien von Nukliden, die u.a. für Reaktionswege der Elementsynthese in Sternen entscheidend sind. Die direkte Massenmessung von Kernen schwerer als Uran überbrückt die Lücke zur theoretisch vorhergesagten Insel der Stabilität. Weiterhin liefern hochpräzise Massenwerte einen Einblick in die Struktur exotischer Nuklide und erlauben Tests fundamentaler Wechselwirkungen und ihrer Symmetrien. Zusammen mit der ISOLTRAP-Kollaboration am CERN hat die Gruppe um Klaus Blaum 2009 das neue Radonisotop 229Rn entdeckt, indem sie es in einer Penningfalle einfing und seine Masse bestimmte. Der MPIK-Direktor teilt sich den Preis mit seinen Kollegen vom GSI Helmholtzzentrum Darmstadt und dem Petersburg Nuclear Physics Institute.

Das Joint Institute for Nuclear Research in Dubna, Russland, vergibt seit 1992 alle zwei bis drei Jahre den G. N. Flerov-Preis für herausragende Forschung auf dem Gebiet der Kernphysik mit Bezug zu den Interessen von Georgy Nikolaevich Flerov (1913–1990), der ab den 1950er Jahren wesentliche Beiträge zur Synthese neuer superschwerer Elemente leistete. 2012 wurde Element 114 nach ihm benannt: Flerovium, Fl. Bei der diesjährigen Preisverleihung am 24.05.2013 in Dubna wird gleichzeitig der 100. Geburtstag Flerovs gefeiert.

MPIK / PH

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