Berner Physiker gründen Forschungsinstitut in Südkorea

  • 28. November 2012

Spitzenforschung im Bereich der Photonik und Laser – und die „koreanische Seele“ kennen lernen.

Das Institut für Angewandte Physik der Universität Bern (IAP) hat in Südkorea mit dem dort ansässigen Advanced Photonics Research Institute ein gemeinsames Forschungszentrum gegründet. Dieses soll Spitzenforschung im Bereich der Photonik und Laser betreiben und Berner Physik-Forschenden und Studierenden nebenbei Asienkenntnisse vermitteln.
Photonik als Wissenschaft und Technologie sind die Grundlage der modernen Wissensgesellschaft, ohne sie ist etwa kein Internet denkbar. Prof. Thomas Feurer vom Institut für Angewandte Physik der Universität Bern ist daher überzeugt: „War das 20. Jahrhundert dasjenige der Elektronik, so wird das 21. Jahrhundert dasjenige der Photonik werden.“

Am IAP werden Lichtblitze von nur 0,01 Pikosekunden Dauer produziert, um den schnellsten atomaren Bewegungen in Molekülen auf die Spur zu kommen

Abb.: Am IAP werden Lichtblitze von nur 0,01 Pikosekunden Dauer produziert, um den schnellsten atomaren Bewegungen in Molekülen auf die Spur zu kommen. (Bild: T. Wüthrich)Caption

Da Asien und insbesondere Südkorea bereits ein entsprechendes strategisches Förderprogramm entwickelt haben, ist es laut Feurer wichtig, den Kontakt zu Asien zu intensivieren – und zwar bereits auf studentischer Ebene. Deshalb hat nun das Institut für Angewandte Physik der Universität Bern seine seit drei Jahren erfolgreiche Zusammenarbeit mit Forschenden in Südkorea institutionalisiert: Mit der Gründung eines gemeinsamen Forschungszentrums.

Das südkoreanische Partner-Institut der Universität Bern, das Advanced Photonics Research Institute (APRI), das sich in Gwangju im Südwesten des Landes befindet, ist eines der führenden Photonik-Institute Südkoreas. Ziel dieser Kooperation ist es, Spitzenforschung im Bereich Photonik und speziell im Bereich Faserlaser zu betreiben. Faserlaser haben sich neben den Halbleiterlasern zu den wichtigsten Lichtquellen entwickelt und werden laut den Forschern in den nächsten Jahren „unaufhaltsam in viele weitere Forschungs- und Technologiebereiche vordringen.“

Für Feuer steht fest, dass ebenfalls Asienkenntnisse in Zukunft zum Bildungshorizont einer jeden Wissenschaftlerin, eines jeden Wissenschaftlers gehören müssen. Mit ein Grund, zusammen mit seinen Kollegen vom APRI, Dr. Woojin Shin und Professor In Won Lee, dem Direktor des APRI, diese Kooperation einzugehen. „Neben der einmaligen Gelegenheit, Forschung hautnah in einem der führenden Photonik-Institute in Korea zu erleben, können sich die Studenten auch mit der ‚koreanischen Seele‛ vertraut machen und vielleicht auch einen Sprachkurs besuchen“, sagt Feurer. Mit diesem in der Schweiz einmaligen Angebot will Feurer zudem das Physik-Studium in Bern noch attraktiver machen.

Das gemeinsame Forschungszentrum wird im Wesentlichen durch die Firma Samsung sowie das Gwangju Institute of Science and Technology finanziert, eventuell mit Beteiligung der lokalen Regierung. Seit dem 6. Mai 2008 gibt es zwischen dem Schweizerischen Bundesrat und der Regierung der Republik Korea ein Abkommen über die wissenschaftliche und technologische Zusammenarbeit. Seither gab es mehrere gemeinsame Projekte, schweizweit und auch aus Bern, mit jeweils einem Jahr Laufzeit, die hauptsächlich dem Austausch von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern gewidmet waren.

UB / OD

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