Mehr Raum für die Fusionsforschung

  • 16. November 2012

4,6 Millionen Euro teurer Neubau stellt dem Forschungszentrums Jülich zusätzliche Laborflächen bereit.

Vertreter aus Politik und Wissenschaft haben das neue Gebäude für die Plasmaphysik auf dem Campus des Forschungszentrums eingeweiht. Die Jülicher Wissenschaftler aus diesem Bereich beteiligen sich an der weltweit vernetzten, gemeinsamen Anstrengung, Kraftwerke auf der Basis von Kernfusion zu realisieren. Basierend auf den nahezu überall aus Wasser und Stein gewinnbaren Rohstoffen Deuterium und Lithium soll sie in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts maßgeblich zum Ersatz von Öl, Gas und Kohle beitragen.

Feierliche Einweihung des neuen Gebäudes für die Fusionsforschung am Institut für Energie- und Klimaforschung

Abb.: Feierliche Einweihung des neuen Gebäudes für die Fusionsforschung am Institut für Energie- und Klimaforschung unter Beteiligung von Prof. Harald Bolt (Mitglied des Vorstands des Forschungszentrums Jülich), Prof. Achim Bachem (Vorstandsvorsitzender des Forschungszentrums Jülich), Thomas Rachel MdB (Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, BMBF) und Prof. Ulrich Samm (Leiter des Instituts für Energie- und Klimaforschung des Forschungszentrums, Bereich Plasmaphysik; Bild: FZJ)

Bei der Einweihung erklärte Thomas Rachel MdB, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF): „Spitzenforschung braucht eine passende Infrastruktur. Die Jülicher Wissenschaftler leisten einen wichtigen Beitrag zur weiteren Erforschung der Potenziale und Herausforderungen der Fusion. Mit dieser Investition unterstreicht die Bundesregierung den hohen Stellenwert der Fusionsforschung als langfristige Option für eine CO2-freie Energieerzeugung in der Zukunft.“ Das BMBF hat 90 Prozent der Baukosten des Gebäudes übernommen.

Achim Bachem, Vorstandsvorsitzender des Forschungszentrums Jülich, hob hervor: „Die Fusion ist eine äußerst anspruchsvolle Technologie, deren Realisierung für die Wissenschaft derzeit noch einige Herausforderungen bereithält. Sie bietet aber den Vorteil, keine Treibhausgase zu erzeugen, bei praktisch unbegrenzbar verfügbaren Ressourcen. Für kommende Generationen kann die Fusion daher eine spannende Option zur Energieerzeugung und eine Alternative zu schwindenden fossilen Brennstoffen darstellen.“

Schwerpunkt der Jülicher Fusionsforschung ist die Energieauskopplung aus Brennkammern von Fusionsreaktoren. Hier treten extrem hohe Wärmebelastungen auf, die künftige Kraftwerke im Dauerlastbetrieb aushalten müssen, um wirtschaftlich zu sein. Jülicher Wissenschaftler erforschen geeignete Materialien und analysieren deren Wechselwirkung mit der heißen Fusionsmaterie. Dazu nutzen sie sowohl die Jülicher Test- und Entwicklungsumgebung als auch führende Fusionsexperimente in der ganzen Welt.

Der rund 2000 Quadratmeter große Neubau stellt neben modernen Büroplätzen auch neue Laborflächen für die Jülicher Plasmaphysiker bereit. Diese werden unter anderem für ein Chemielabor genutzt, das die Herstellung maßgeschneiderter Kunststoffkomponenten für Experimente gestattet. Darüber hinaus findet in dem neuen Gebäude mit der Nummer 10.14 ein Elektroniklabor Platz und physikalische Messlabors zum Aufbau und Tests von Plasmamesssystemen.

FZJ / OD

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