CHEOPS – Wer hat's erfunden?

  • 22. October 2012

Schweizer Satellitenprojekt bekam von der ESA den Zuschlag, ab 2017 Exoplaneten zu erforschen.

Mit den neuen S-Klasse-Missionen fördert das ESA-Wissenschaftsprogramm innovative Forscher mit ausgeklügelten Ideen, die auch mit kleineren Missionen bedeutende Resultate liefern. Vor diesem Hintergrund haben die Vertreter der 19 ESA-Mitgliedsländer das unter Schweizer Leitung stehende Weltraumprojekt CHEOPS (Characterizing Exoplanet Satellite) ausgewählt.

CHEOPS-Satellit im Flug – der ausgeklappte Sonnenschild im Hintergrund schützt das Teleskop vor der Sonneneinstrahlung

Abb.: CHEOPS-Satellit im Flug – der ausgeklappte Sonnenschild im Hintergrund schützt das Teleskop vor der Sonneneinstrahlung. (Bild: SSC, EPFL)

„Die Mission wurde aus 26 Projektvorschlägen ausgewählt. Die rege Teilnahme unterstreicht das starke Interesse der wissenschaftlichen Gemeinschaft für schnell durchführbare Missionen, die sich auf Schlüsselfragen in der Weltraumforschung konzentrieren“, sagt Alvaro Gimenez, Direktor des wissenschaftlichen und Explorationsprogramms der ESA.

Dank dieser Wahl wird die Schweiz die erste Nation sein, die die Hauptverantwortung für eine „S class“-Weltraummission gemeinsam mit der ESA übernimmt. „Dies ist eine gebührende Fortsetzung der über 40-jährigen Erfolgsgeschichte der Schweizer Forscher und der Industrie an der Spitze der Weltraumforschung“, freut sich Astrophysiker Willy Benz vom Center for Space and Habitability (CSH) der Universität Bern. Er nimmt für die Schweiz die Federführung wahr. Weiter gehören zum siegreichen Konsortium die Universität Genf, das Swiss Space Center der EPFL und die ETH Zürich. Außerdem sind heute schon fünf weitere Nationen an der Mission beteiligt: Belgien, Grossbritannien, Italien, Österreich und Schweden. Kooperationen mit weiteren Ländern stehen noch offen.

Entsprechend den Richtlinien für die neuen S-Klasse-Missionen soll der CHEOPS-Satellit schon 2017 in die Erdumlaufbahn kommen: Solche Missionen sollen innerhalb von vier Jahren – statt der üblichen zehn für die größeren Missionen – nach Projektannahme startbereit sein. Zudem dürfen sie höchstens 150 Millionen Euro kosten, wobei die ESA maximal 50 Millionen Euro beisteuert. Das Schweizer Weltraumprojekt soll noch deutlich weniger kosten, wobei die Mittel zu je einem Drittel vom Wissenschaftsprogramm der ESA, von der Schweiz, sowie den übrigen beteiligten Nationen kommen.

Geplant ist, mit der Transitmethode Planeten in fernen Sternsystemen aufzuspüren. Die Genauigkeit liegt dabei bei einem Zehntel der Abschattung, die die Erde vor der Sonne hervorruft. „Die Mission ist ein Meilenstein auf dem Weg der Erforschung von Exoplaneten in der näheren Umgebung unseres Sonnensystems. Sie bringt uns vielleicht dem Fernziel näher, eines Tages einen Planeten zu entdecken, der erdähnliche Eigenschaften hat und auf welchem Leben denkbar wäre“, schwärmt Astrophysiker Christopher Broeg, Projektleiter am Center for Space and Habitability CSH der Universität Bern. CHEOPS ist ein kleiner Satellit, der rund 200 Kilogramm wiegt und ein Teleskop von dreißig Zentimeter Durchmesser und eineinhalb Meter Länge trägt. Er soll auf einer erdnahen Umlaufbahn in 800 Kilometer Höhe, über der Tag-Nacht-Grenze kreisen. Von dort aus beobachtet er dreieinhalb Jahre lang etwa 500 helle Sterne und charakterisiert ihre Planeten.

U. Bern / OD

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