Wer wird Millionär?

  • 29. June 2012

Krupp-Förderpreis 2012 geht an den „Nanophotoniker“ Christian Koos vom KIT.

Professor Christian Koos vom KIT erhält den diesjährigen Alfried Krupp-Förderpreis für junge Hochschullehrer. Das Kuratorium der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung entschied sich einstimmig für den 34-jährigen, der in der photonischen Kommunikationstechnik lehrt und forscht. Damit setzte sich Koos gegen 65 ebenfalls für den Preis vorgeschlagene Nachwuchswissenschaftler durch. Die Auszeichnung ist mit einer Million Euro dotiert.

Christian Koos arbeitet am KIT an nanophotonischen Bauelementen, die das Internet schneller und energieeffizienter machen

Abb.: Christian Koos arbeitet am KIT an nanophotonischen Bauelementen, die das Internet schneller und energieeffizienter machen. (Bild: E. Pailer)


Koos beschäftigt sich am Institut für Photonik und Quantenelektronik (IPQ) und am Institut für Mikrostrukturtechnik (IMT) des KIT mit nanophotonischen Bauelementen, die Kommunikationsvorgänge schneller und energieeffizienter machen können. Mit den Bauelementen lassen sich leistungsfähige optische Schaltungen auf Mikrochips integrieren, die Datenraten von einigen Terabit pro Sekunde senden und empfangen können – entsprechend rund einer Milliarde Telefongesprächen. Zur Herstellung der Chips werden keine teuren und seltenen Verbindungshalbleiter verwendet, sondern Silizium. Dieses Element hat sich bereits als Ausgangsmaterial für elektronische und elektromechanische Mikrosysteme etabliert. Es ist auf der Erde nahezu unbegrenzt verfügbar.

Im Zentrum von Koos’ Arbeiten stehen hybride Integrationsverfahren, die Lichtwellenleiter aus Silizium mit organischen Materialien kombinieren. Die optischen Eigenschaften dieser Materialien lassen sich durch den molekularen Aufbau gezielt einstellen, sodass sich auf einem einzigen Chip eine große Vielfalt verschiedenartiger Bauelemente realisieren lässt. Da die verwendeten Lichtwellenleiter extrem klein sind – bis zu tausend Mal dünner als ein menschliches Haar – lässt sich eine hohe Zahl von Bauteilen auf kleinstem Raum unterbringen.

Die Forschung von Koos kann wesentlich dazu beitragen, den Energiebedarf des Internets zu verringern. Bereits heute verbraucht die Informations- und Kommunikationstechnik mehr als zehn Prozent des gesamten Stroms in Deutschland und der Datenverkehr wächst unaufhörlich.

Koos kann auf mehr als 100 international häufig zitierte Publikationen in Fachzeitschriften und Tagungsberichten, ebenso viele Fachvorträge und mehr als 15 Patentanmeldungen verweisen. Im Juni 2011 erhielt er einen mit 1,5 Millionen Euro dotierten „ERC Starting Grant“ der Europäischen Union. 

KIT / OD

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