Smart Meter machen Stromnetz effizienter

  • 30. January 2012

„Schnappschüsse“ intelligenter Stromzähler tragen zur Netz­stabilität bei.

Sogenannte Power Snap Shots von intelligen­ten Stromzählern („Smart Meters“) liefern zeitsynchrone Netzkenngrößen höchster Genauigkeit aus dem Nieder­spannungsnetz, die als Basis für die Analyse dieser Netze in Städten und Gemeinden dienen können. Mit den gewonnenen Daten lässt sich die Netzinfrastruktur effizienter nutzen und zum Beispiel elektrische Fahrzeuge oder die Einspeisung von Strom aus Photovoltaik besser einbinden. Die Power-Snap-Shot-Analysen (PSSA) hat Siemens mit dem Austrian Institute of Technology und mehreren österreichischen Netzbetreibern entwickelt, gefördert vom österreichischen Klima- und Energiefonds.

Power Snap Shots aus solchen intelligenten Stromzählern liefern zeitsynchrone Netzkenngrößen höchster Genauigkeit

Abb.: Power Snap Shots aus solchen intelligenten Stromzählern liefern zeitsynchrone Netzkenngrößen höchster Genauigkeit. (Bild: Siemens)

In Zukunft stellt die steigende Zahl dezentral und schwankend einspeisender erneuerbaren Energiequellen sowie Elektrofahrzeuge oder Elektroheizungen eine enorme Herausforderung für die Stromübertragungs- und Verteilernetze dar. Um abschätzen zu können, wie viele Einspeiser und Verbraucher ein Ortsnetz verkraftet, führen die Betreiber Modellsimulationen durch. Bisher sind diese Modelle stark vereinfacht, sodass große Sicherheitszuschläge eingeplant werden müssen. Für genauere Simulationen sind Detailkenntnisse über die Niederspannungsnetze notwendig.

Entwickler von Siemens Österreich haben die PSSA entwickelt, mit der die Smart Meters in Ortsnetzen ausgestattet werden. Diese erfassen so nicht nur Energieverbrauchsdaten, sondern erzeugen auch reale und zeitsynchrone Abbilder der Spannungen in den Ortsnetzen zu netztechnisch wichtigen Zeitpunkten. Die Daten besitzen eine bisher nie dagewesene Genauigkeit, da auch die unterschiedliche Auslastung der Phasen und die Stromrückleitung im Erdreich erfasst werden. Aufgrund dieser Kenntnisse über die eigentlichen Zustände im Netz können Netzbetreiber die vorhandene Infrastruktur effizienter ausnutzen. Um Stromverbrauchsspitzen auszugleichen, können sie beispielsweise Verbrauchergruppen wie Elektroheizungen oder Wärmepumpen ohne Einbußen des Komforts für die Endverbraucher gezielt vom Netz nehmen. Zusätzlich können die Daten zur Investitionsabschätzung beim Ausbau der Netzinfrastruktur genutzt werden.

Die PSSA kommt 2012 auf den Markt. Siemens Smart Meter, die schon bei vielen Kunden im Einsatz sind, rüsten sich durch einen Firmware-Update ohne Verletzung der Eichgültigkeit nach.

Siemens / OD

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