Deutsch-israelische Kooperation: Physikerduo ausgezeichnet

  • 28. September 2011

Der Würzburger Astrophysiker Friedrich Röpke und sein israelischer Kollege Avishay Gal-Yam haben den Arches-Preis des Bundesministeriums für Bildung und Forschung erhalten.

Der Preis wird jährlich an deutsch-israelische Forschungskooperationen vergeben und ist mit insgesamt 400.000 Euro dotiert. Davon erhalten Röpke und Gal-Yam je 100.000 Euro für ein Forschungsprojekt zu kosmischen Explosionen. Neue Beobachtungen an kosmischen Explosionen mit theoretischen Modellen verbinden: Das ist das Ziel des deutsch-israelischen Forschungsprojekts. Friedrich Röpke, Professor für Astrophysik an der Universität Würzburg, und Avishay Gal-Yam vom Weizmann Institute of Science in Rehovot, Israel konzentrieren sich dabei auf Doppelsysteme, die einen „Weißen Zwergstern“ enthalten.

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Abb.: Friedrich Röpke (Bild: privat)

„Weiße Zwergsterne sind eigentlich recht langweilige Objekte. Sie sind für alle Zeit stabil, kühlen nach ihrer Entstehung langsam ab und werden dunkler. In einem Doppelsternsystem kann es jedoch zu spektakulären astrophysikalischen Explosionen des vom Begleitstern auf den Weißen Zwerg übertragenen Materials oder des gesamten Weißen Zwergsterns kommen“, sagt Friedrich Röpke. Dazu zählen die Supernovae vom Typ Ia und klassische Novae, aber auch neue und äußerst seltene Ereignisse, für die noch nach einer theoretischen Erklärung gesucht wird.

Seit langem suchen die Würzburger Physiker um Röpke nach einer schlüssigen Theorie für Supernova vom Typ Ia, die zu den hellsten beobachtbaren Explosionen im Weltall gehören. Sie betreiben dabei eine numerische Art der Astrophysik: Röpke und seine Mitarbeiter erforschen die Supernova-Explosionen in aufwendigen dreidimensionalen Simulationen auf den weltweit schnellsten Supercomputern.

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Abb.: Avishay Gal-Yam (Bild: Weizmann Institute)

Das israelische Team ergänzt diese Arbeit. Avishay Gal-Yam und seine Mitarbeiter sind Teil einer weltumspannenden Kampagne, die zur Zeit mit großem Erfolg nach den entsprechenden Signalen aus dem Weltraum sucht. Die Beobachtungen aus Israel kombiniert mit den theoretischen Modellen aus Würzburg sollen zu einem besseren Verständnis solcher astronomischer Ereignisse beitragen.

„Das Projekt wird nicht nur die Zusammenarbeit zwischen den Teams aus Israel und Deutschland vertiefen“, sagt Röpke. Es werde darüber hinaus auch die Kommunikation zwischen den Gruppen der Beobachter und der Theoretiker in der Physik verbessern.

Das Bundesforschungsministerium vergibt den Arches-Preis jährlich wechselnd in den Natur- und Ingenieurswissenschaften, den Lebenswissenschaften sowie den Geistes- und Kulturwissenschaften an deutsch-israelische Nachwuchswissenschaftlerteams. Er ist mit insgesamt 400.000 Euro dotiert.

Uni Würzburg / PH

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