Optische Industrie fürchtet Verbot von Galliumarsenid

  • 18. August 2011

Fachverband Spectaris kritisiert aktuelles Einstufungsverfahren der Europäischen Chemikalienagentur.

Der Industrieverband Spectaris befürchtet für die optischen Technologien massive Einschränkungen bei der Versorgung mit dem Halbleiterwerkstoff Galliumarsenid. Dieses wurde von der Europäischen Chemieagentur (ECHA) als sehr gefährlich eingestuft. Die Industrie mahnt an, dass die vorgelegte Einstufung dieses Stoffes wissenschaftlich nicht vollständig und korrekt ist, da sie aus der verfügbaren umfangreichen Datenlage nicht ableitbar sei. Hingegen ließen die Ergebnisse intensiver toxikologischer als auch arbeitsmedizinischer Studien keine tatsächliche, von Galliumarsenid ausgehende Gefährdung erkennen.

In Form von Transistoren und Detektoren steckt Galliumarsenid in einer Vielzahl von Anwendungen wie etwa Mobiltelefonen, Satelliten-, Kommunikations- und Mikrowellentechnik und drahtloser Kommunikation. Zudem wird Galliumarsenid für Hochleistungslaserdioden, in photovoltaischen Anwendungen und für ultrahelle LEDs benötigt. „Eine stark eingeschränkte Verfügbarkeit von Galliumarsenid hätte zunächst Auswirkungen auf die Bauelemente und Komponenten herstellenden deutschen und europäischen Hochtechnologieunternehmen in den Bereichen Hochfrequenzelektronik und Telekommunikation, Lasertechnik, Optoelektronik und Photovoltaik. Im zweiten Schritt wären aber auch massiv die nachgelagerten Industrien wie die Medizin-, Sicherheits- und Weltraumtechnik betroffen“, so Spectaris-Geschäftsführer Tobias Weiler.

Galliumarsenid wurde im Rahmen der CLP-Verordnung (Regulation on Classification, Labelling and Packaging of Substances and Mixtures) von der ECHA als krebserregend und reprotoxisch eingestuft. Diese Verordnung ist Teil des europäischen Chemikalienrechts und unter anderem für die Klassifizierung chemischer Substanzen verantwortlich. Durch die Auswirkungen der CLP-Einstufung auf andere EU-Rechtsbereiche könnte eine entsprechende Einstufung als „sehr gefährlich“ mittelfristig zu massiven Beschränkungen von Galliumarsenid in Europa führen.

Gemeinsam mit anderen betroffenen Verbänden und Unternehmen bemüht sich Spectaris nun, durch Information und Gespräche mit Vertretern der Bundes- und Landesministerien, Abgeordneten des Deutschen Bundestages und des Europäischen Parlaments eine erneute Einstufung von Galliumarsenid zu erwirken, die auch neueste wissenschaftliche Erkenntnisse einbezieht.

Spectaris / OD

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