Reinhard Genzel erhält Karl-Schwarzschild-Medaille 2011

  • 14. July 2011

Auszeichnung für den Nachweis des Schwarzen Lochs im Zentrum der Milchstraße.

Die höchste Auszeichnung für astrophysikalische Forschung in Deutschland, die Karl-Schwarzschild-Medaille der Astronomischen Gesellschaft (AG), erhält in diesem Jahr der Garchinger Reinhard Genzel. Mit dem Direktor des Max-Planck-Instituts für Extraterrestrische Physik (MPE) zeichnet die AG einen Wissenschaftler aus, dem eine Entdeckung von erheblicher Tragweite gelang: der Nachweis des Schwarzen Lochs im Zentrum der Milchstraße. Dies gilt zudem als bester empirischer Beweis für die Existenz dieser von der Einstein’schen Allgemeinen Relativitätstheorie postulierten Objekte.

 Reinhard Genzel, Preisträger der Karl-Schwarzschild-Medaille der Astronomischen Gesellschaft 2011

Abb.: Prof. Dr. Reinhard Genzel, der Preisträger der Karl-Schwarzschild-Medaille der Astronomischen Gesellschaft 2011 (Bild: MPE)

Um den Nachweis zu erbringen beobachteten Genzel und seine Mitarbeiter die Bahnbewegungen von Sternen in der Umgebung der rätselhaften Radioquelle Sgr A* im Zentrum unserer Galaxis mit hoher Genauigkeit. Die Idee: aus der Bewegung von Himmelskörpern um ein zentrales Objekt kann dessen Masse bestimmt werden. Und in der Tat umkreisen die Sterne im Zentrum der Milchstraße sehr schnell ein unsichtbares „Etwas“. Nach fast zwanzig Jahren Beobachtung gab es keinen Zweifel mehr: Unsere Galaxie beherbergt ein Schwarzes Loch mit 4.3 Millionen Sonnenmassen! Seit kurzem weiß man, dass solche zentralen Schwarzen Löcher offenbar in fast allen Galaxien existieren. Im Gegensatz zu den aktiven Galaxien fallen sie zumeist jedoch nicht auf, da sie nicht mit Materie „gefüttert“ werden.

Die AG ehrt Genzel nicht allein für diese Entdeckung, vielmehr würdigt sie seine gesamten Aktivitäten für die beobachtende Astronomie. Dazu zählen auch seine bedeutenden Beiträge bei der Entwicklung neuer Beobachtungstechniken und Messinstrumente im Bereich der Infrarot- und Submillimeterastronomie, die an großen Observatorien wie beispielsweise der Europäischen Südsternwarte zum Einsatz kommen. Gerade diese Techniken machten die hochpräzisen Messungen erst möglich, denn der Staub in der Ebene der Milchstraße macht eine Beobachtung des Zentrums unserer Galaxis im sichtbaren Bereich unmöglich.

Reinhard Genzel erhielt bereits eine Reihe von Auszeichnungen, darunter den Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft, die Stern-Gerlach-Medaille der Deutschen Physikalischen Gesellschaft, den Balzan- sowie den Shaw-Preis.

AG / OD

Share |

Webinar

Warum reale akustische Systeme nur multiphysikalisch simuliert werden können

  • 02. November 2017

In diesem Webi­nar wird ge­zeigt, warum man bei­spiels­weise schon bei der Simu­la­tion eines „ein­fachen“ Laut­spre­chers auf multi­phy­si­ka­li­sche Kopp­lung an­ge­wie­sen sein kann, wenn man ex­pe­ri­men­tel­le Er­geb­nis­se kor­rekt re­pro­du­zie­ren will.

Alle Webinare »

Site Login

Bitte einloggen

Andere Optionen Login

Website Footer