Ramsauer-Preis 2004

  • 24. June 2004


Ramsauer-Preis 2004

Die Physikalische Gesellschaft zu Berlin hat vier Dissertationen mit dem Ramsauer-Preis ausgezeichnet.

Berlin - Im Rahmen eines Festkolloqiums ehrte die Physikalische Gesellschaft zu Berlin (PGzB), der Berliner Regionalverband der DPG, die diesjährigen Preisträger des Carl-Ramsauer-Preises. Der angesehene Preis wird seit 1988 jährlich zu Ehren des berühmten Physikers und ersten Leiters des AEG Forschungsinstituts, dem Experimentalphysiker Carl Ramsauer (1879–1955) verliehen. Ausgezeichnet werden die jeweils beste Dissertation in Physik oder einer angrenzenden Naturwissenschaft an der Freien Universität, der Humboldt-Universität, der Technischen Universität und der Universität Potsdam. Die Preisträger des Jahres 2004 sind

- Dr. Alexander Albus, U Potsdam, Heteronukleare Mischungen quantenentarteter Teilchengase
- Dr. Andreas Amann, TU Berlin, Nonlinear and Chaotic Front Dynamics in Semiconductor Superlattices
- Dr. Udo Erdmann, HU Berlin, Kollektive Bewegung – komplexe Strukturen von 2D Systemen aktiver Brownscher Teilchen fernab vom Gleichgewicht
- Dr. Alexander Schnegg, FU Berlin, Hochfeld-EPR an Elektronentransferproteinen.

Alexander Albus hat in seiner Promotionsarbeit Untersuchungen zur Wechselwirkung atomarer Bose-Einstein-Kondensate mit entarteten Fermigasen aufgenommen. Dank seiner Forschung weiß man heute, welche Bose-Einstein-Kondesate sich mit welchen entarteten Fermigasen vertragen, unter welchen Bedingungen sie sich entmischen oder welche Mischungen grundsätzlich instabil sind.

Andreas Amann wird gewürdigt für seine herausragende theoretische Arbeit über nichtlineare Dynamik in Halbleiter-Übergittern. Er leistete einen wichtigen Beitrag über Struktur-und Musterbildung, der sowohl eine Weiterentwicklung von Methoden als auch neue physikalische Einsichten beinhaltet und weitere Forschung stimuliert.

Udo Erdmann hat in seiner Dissertation grundlegende Beiträge zur komplexen Dynamik von Schwärmen, Herden oder von Ansammlungen sich permanent bewegender Objekte erarbeiten können. Die Erklärung solcher Phänomene ist u. a. von besonderer Bedeutung für das Verständnis biologischer Prozesse und liefert eine hervorragende Basis für weiterführende Forschungen nicht nur in der Physik, sondern auch in Biologie, Chemie und selbst in der Verkehrsforschung.

Alexander Schnegg erarbeitete in seiner Promotion eine Weiterentwicklung der EPR-Meßmethode im magnetischen Hochfeld an so genannten Transfer-Proteinen, die eine große Rolle in der Biologie spielen. Dies führte insbesondere zu neuen Ergebnissen über die Dynamik der Photosynthese und bei der DNA-Photolyase. Dies sind viel versprechende Studien für zukünftige Forschung.

Der Preis ist mit je 1500 Euro dotiert. Die Preisverleihung fand am Donnerstag, dem 17. Juni 2004 in der Technischen Universität statt. Die Laudationes hielten Eberhard Jaeschke (Bessy), Vorsitzender der PGzB, und Christian Thomsen, Dekan der TU-Physik.

Zur Person Carl Ramsauers:
Carl Ramsauer, der einer bekannten Oldenburger Pfarrer- und Pädagogenfamilie entstammte, studierte nach seinem Schulbesuch am Alten Gymnasium Mathematik und Physik in München, Tübingen und Kiel. Nach Promotion und Habilitation wurde er 1921 Professor an der Technischen Hochschule Danzig. Von 1928 bis 1945 leitete er das Forschungslabor der Allgemeinen Elektricitäts Gesellschaft (AEG) in Berlin. 1941 wählte die Deutsche Physikalische Gesellschaft Ramsauer, der nicht zu den Parteigängern der Nationalsozialisten gehörte, zu ihrem Vorsitzenden. Nach dem Krieg wurde Ramsauer Professor an der Technischen Universität Berlin. Die letzen Jahre seines Lebens waren ausgefüllt mit seinen Bemühungen um die Verbesserung der Physikausbildung von zukünftigen Wissenschaftlern und Lehrern.

Quelle: PGzB

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