«Spirit» ist bereit

  • 12. January 2004

Der Mars-Roboter «Spirit» ist zu einem ersten Ausflug bereit. Alle sechs Räder und Antennen sind entfaltet.

Washington/Pasadena (dpa) - Der Marsroboter «Spirit» ist eine Woche nach seiner spektakulären Landung auf dem roten Planeten zu seinem ersten Ausflug bereit. Der Rover habe nun alle sechs Räder und Antennen entfaltet, teilte die US-Raumfahrtbehörde NASA am Samstag mit. Das 180 Kilogramm schwere Gefährt soll wahrscheinlich kommenden Mittwoch (MEZ) von der Rampe der Landeplattform fahren und sich dann auf die Suche nach Wasserspuren machen. «Spirits» Zwillingsbruder «Opportunity» soll in zwei Wochen auf der anderen Seite des roten Planeten landen.

Im Moment könnte der Rover nur nach rechts fahren, diese Rampe ist jedoch durch Airbags versperrt. Damit Spirit, die Landeplattform über den einzig noch möglichen Weg verlassen kann (gelber Pfeil), muss sich Spirit auf der Plattform drehen. (Quelle: NASA/JPL)

«"Spirit" hat die vergangenen sieben Monate eingequetscht in dem Landevehikel verbracht, nichts, was dem Rover gefallen hätte. In den vergangenen Tagen hat er eine Art umgekehrtes Origami durchgemacht», sagte Chris Voorhees, Ingenieur an der Bodenzentrale in Pasadena (Kalifornien). Er bezog sich auf die Jahrtausende alte Papierfaltkunst Origami.

Für den europäischen Marsroboter «Beagle 2» gibt es dagegen kaum noch Hoffnung. Auch der jüngste Versuch zur Kontaktaufnahme schlug nach Angaben britischer Wissenschaftler am Samstag fehl. Das Mutterschiff «Mars Express» habe beim Überflug über das Zielgebiet des Landegerätes kein Signal empfangen. «Beagle 2» war am ersten Weihnachtstag in die Mars-Atmosphäre eingedrungen. Seitdem scheiterten alle Versuche, ihn aufzuspüren. An diesem Montag werde «Mars Express» nochmals die Abwurfstelle passieren, hieß es weiter.

Die Serie von Entfaltungsschritten hat den Rover «Spirit» nicht daran gehindert, bereits fantastische Bilder von seiner Umgebung an die Erde zu schicken. Auf den jüngsten sind die Hügel südöstlich des Landeplatzes im Gusev-Krater zu sehen. «Wie an einem Smog-Tag in Los Angeles verhindern Staubwolken, dass man viel Details sehen kann», kommentierte die NASA die ziemlich diffusen Bilder.

Die NASA-Ingenieure waren vergangene Woche besorgt, dass ein Pufferkissen, das den Aufprall der Sonde auf dem Mars abgefedert hatte, die Abfahrtrampe versperrt haben könnte. Die Bedenken seien ausgeräumt, sagte NASA-Sprecherin Jennifer Trosper.

«Spirit» hat Experten und die Öffentlichkeit in der vergangenen Woche bereits mit gestochen scharfen Bildern vom Mars begeistert. «Sobald die Fahr-Phase von "Spirit" beginnt, gucken wir uns täglich die Bilder an und entscheiden, in welche Richtung das Fahrzeug fahren soll», sagte Lutz Richter vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in einem dpa-Gespräch in Köln. Es gehe darum, Stein- und Bodenproben zu untersuchen.

«Bei einer Kontaktmessung berührt das Messgerät die Probe und sendet radioaktive Strahlung aus, mit der die Probe - beispielsweise ein Stein - reagiert», erklärte Richter. Er ist Mitglied eines Teams aus 50 Experten, die die von «Spirit» gesendeten Daten analysieren. Aus den Ergebnissen könnten Experten ablesen, welche Zusammensetzung das Material habe. «Auch an der Form eines Steins kann man sehen, ob er unter Umständen von Wasser rund geschliffen wurde.»

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