15 Jahre «Hubble»

  • 26. April 2005


Washington (dpa) - Vor 15 Jahren wurde das Weltraumteleskop «Hubble» 600 Kilometer über der Erde ausgesetzt. Nach ersten unscharfen Bildern und einer Reparatur im Jahr 1992 schrieb «Hubble» eine einzigartige Erfolgsgeschichte und ist längst zu einem Juwel in der Astronomie geworden. Das Teleskop habe dabei geholfen, das Alter des Universums auf 13,7 Milliarden Jahre festzulegen und die Existenz von so genannten «schwarzen Löchern» zu bestätigen, schreibt die «Washington Post» am Montag in einer Laudatio. Mehr als 4000 wissenschaftliche Arbeiten seien der «Hubble»-Forschung gefolgt.

Die US-Weltraumbehörde fügte ihrem «happy birthday» zum 15. Geburtstag die Veröffentlichung neuer spektakulärer Fotos bei. Dazu gehört ein besonders scharfes Bild mit den rot-weißen Wirbeln der der so genannten «Whirlpool Galaxy» (Spiral Galaxy M51).

Abb.: Die so genannte «Whirlpool Galaxy»: Spiral Galaxy M51. (Quelle: NASA, ESA, S. Beckwith (STScI), and The Hubble Heritage Team (STScI/AURA))

Mehr als 700 000 Bilder hat «Hubble», das nach dem US-Astronomen Edwin Hubble bemannt wurde, zur Erde gefunkt. Dazu gehörten auch Aufnahmen von Staubscheiben, die zur Formation von Planeten um junge Sterne führen. Zu den Sternstunden gehört auch der Blick in die Tiefen und Anfänge unseres Universums.

Trotz aller Verdienste und Würdigung bleibt die Zukunft des alternden Weltraumteleskops weiter unklar. Der neue NASA-Direktor Michael Griffin will erst nach dem für Mai geplanten Start eines «Space Shuttle» entscheiden, ob eine Reparaturbrigade mit einer Raumfähre zu «Hubble» fliegen wird.

Im Dezember 1999 hatte eine «Shuttle»-Besatzung einen Tag und 33 Minuten lang das Teleskop generalüberholt. Auch jetzt benötigt «Hubble» dringend Hilfe von der Erde. Sollten die Batterien nicht ersetzt und keine neuen Stabilisatoren eingebaut werden, droht ab 2007 ein Schweigen aus dem All. «Hubble» würde nach ersten Vorstellungen der NASA dann im Jahr 2012 mit einem unbemannten Weltraumroboter gezielt über einem Ozean zum Absturz gebracht.

Nach weltweiten Protesten will NASA-Direktor Griffin das drohende Aus für «Hubble» noch einmal überdenken. Auch er würde als einzige Alternative einen «Space Shuttle» zur Reparatur losschicken. Das Problem: Jeder Start einer Raumfähre kostet rund 500 Millionen Dollar und die NASA will lieber ihr knappes Budget für ehrgeizigere Ziele in der bemannten Raumfahrt einsetzen. Außerdem will die NASA nach dem tödlichen Absturz der Raumfähre «Columbia» im Februar vor zwei Jahren kein unnötiges Risiko eingehen. Das Nachfolgeprojekt von «Hubble», das «James Webb Space Telescope», soll erst ab 2012 im Einsatz sein.

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