Vier Männer auf dem Mond

  • 20. September 2005


Vier Männer auf dem Mond

Washington (dpa) - Die US-Raumfahrtbehörde NASA zieht es wieder richtig in die Ferne, und die internationale Raumstation ISS ist dafür einfach nicht weit genug weg. Deshalb gibt es ab 2018 wieder einen Mann auf dem Mond, der neuen NASA-Weltraumfiliale. Zuerst werden zwei Mal im Jahr jeweils vier Astronauten einen einwöchigen Schnupperkurs auf dem Erdtrabanten absolvieren. Später wird die Crew alle sechs Monate gewechselt.

Bevor die NASA-Astronauten jedoch in drei Tagen Entfernung von der Erde ihren Außenposten beziehen, werden erst einmal die «Pfadfinder» vorgeschickt: In drei Jahren sollen - ähnlich wie auf dem Mars - die ersten Roboter über die Mondoberfläche zuckeln und erkunden, was sich für das Basislager und weitere Abenteuer im Weltall alles verwenden und gebrauchen lässt.

NASA-Direktor Michael Griffin hat es vor allem der Südpol angetan, weil dort Wasserstoff in gefrorenem Eis vermutet wird. Außerdem gibt es dort reichlich Sonnenlicht für die Energieversorgung.

Gemini, Apollo, Space-Shuttle - alles klangvolle Namen im Vergleich zum neuen Raumgleiter, dem «Crew Exploration Vehicle». Schon in sieben Jahren soll die nach der Abkürzung (CEV) «si-i-vi» ausgesprochene Raumfähre durch das Weltall navigieren. Wartungsflüge zum alternden Weltraumteleskop «Hubble», Versorgungsflüge zur ISS? Alles kein Problem für Griffin. Nach dem ersten Flug zum Mond in 13 Jahren soll die Raumfähre später vom Erdtrabanten aus die 500 Tage lange Reise zum Nachbarplaneten Mars antreten.

Der NASA-Direktor gerät schon jetzt ins Schwärmen und beschreibt den neuen Raumgleiter als eine «Apollo-Kapsel auf Steroiden». Das neue Gefährt ist drei Mal größer als Apollo, hat einen Durchmesser von 5,5 Meter und bietet auf Langzeitflügen zum Mars genug Platz für sechs Astronauten. Bei der Rückkehr zur Erde bremsen drei Fallschirme den Aufprall. Anschließend tauschen Techniker das Hitzeschild einfach aus, und schon kann es zum nächsten Flug zum Mond gehen.

Auch beim Treibstoff denkt Griffin strikt in der Zukunft. Sowohl der Raumgleiter als auch der Mondlander werden mit Flüssigmethan angetrieben. Denn bei späteren Flügen zum Mars, so die Kalkulation, soll Methan aus der Atmosphäre unseres Nachbarplaneten in Treibstoff umgewandelt werden. Außerdem wird die neue Raumfähre mit zusätzlichen Sonnenbatterien aufgerüstet.

Vor allem beim Thema Sicherheit geht für die NASA ein Albtraum zu Ende. Die neue Raumfähre sei zehn Mal sicherer, sagt Griffin. Weil die Kapsel künftig wieder auf der Spitze der Rakete sitzt, kann beim Start kein sich lösender Isolierschaum das Hitzeschild beschädigen. Eine Wiederholung der «Columbia»-Tragödie vom Februar 2002 oder der Zitterpartie wie zuletzt bei der Notreparatur der «Discovery» im Weltall scheint damit ausgeschlossen.

Im Prinzip kann sich Griffin mit seinen Mondplänen, die er für die besten der NASA in den vergangenen vier Jahrzehnten hält, auf der Sonnenseite wähnen. Wenn nur nicht die Finanzierung wäre. Rund 104 Milliarden Dollar (86 Milliarden Euro) kostet die Rückkehr zum Mond, den im Dezember 1972 Harrison Schmitt als zwölfter und vorläufig letzter Mensch betreten hatte.

Angesichts der immensen Schäden durch Hurrikan «Katrina» weckt diese Riesensumme Begehrlichkeiten bei manchen Abgeordneten im US-Kongress. Griffin hält etwaige Kürzungen an seinem Mond-Budget schlichtweg für Frevel. «Wir müssen mit unseren kurzfristigen Problem klarkommen und dürfen dafür nicht unsere langfristigen Investitionen in die Zukunft opfern», sagt der NASA-Direktor.

Hans Dahne, dpa

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