Astro-Tipps Oktober 2005

  • 26. September 2005


Hamburg (dpa) - Der Oktober wartet gleich mit zwei Finsternissen auf: Herausragendes Himmelsereignis ist die ringförmige Sonnenfinsternis vom 3. Oktober, die in ihren partiellen Phasen auch von Deutschland aus beobachtbar ist. Die partielle Mondfinsternis vom 17. Oktober bleibt dagegen Beobachtern auf dem amerikanischen Kontinent vorbehalten.

Am 3. Oktober vormittags schiebt sich der Neumond zwischen Erde und Sonne. Da er sich in relativer Erdferne befindet, ist die dunkle Neumondscheibe allerdings etwas kleiner als die Sonnenscheibe und kann sie nicht ganz bedecken. Zum Höhepunkt der Finsternis bleibt daher ein heller Ring um die dunkle Neumondkugel. Die Zone der ringförmigen Verfinsterung zieht sich vom Nordatlantik kommend über die Iberische Halbinsel genau über Madrid. Sie setzt sich über das Mittelmeer, Nord- und Ostafrika fort, verlässt die ostafrikanische Küste am Äquator und endet mitten im Indischen Ozean. 

In Deutschland beginnt das kosmische Schattenspiel gegen 10.00 Uhr, erreicht kurz nach 11.00 Uhr seinen Höhepunkt und endet gegen 12.30 Uhr. In Berlin werden dabei zum Höhepunkt 39 Prozent, in Dresden 42, in Frankfurt am Main 50, in Hamburg 40, in München 51 und in Stuttgart 53 Prozent der Sonnenscheibenfläche vom Mond bedeckt. Wer die Sonnenfinsternis sehen will, sollte eine Sternwarte besuchen. Unvorsichtige eigene Sonnenbeobachtungen sind eine Gefahr für die Augen. Weder Sonnenbrillen noch berußte Gläser sind geeignete Hilfsmittel, die Finsternis zu verfolgen. Spezielle Sonnenfinsternisbrillen oder geeignete Spezialfilter zur Sonnenbeobachtung sind im Fachhandel erhältlich.

Wenige Tag nach der Sonnenfinsternis erscheint die schmale Sichel des zunehmenden Mondes am westlichen Abendhimmel. Am 17. Oktober taucht der Vollmond teilweise in den Erdschatten ein. Da diese partielle Mondfinsternis in die Mittagsstunden fällt, bleibt sie von Mitteleuropa aus unbeobachtbar. Die Amerikaner können dieses kosmische Schattenspiel von ihrem Kontinent aus verfolgen. Allerdings dringt die Mondscheibe nur zu knapp sieben Prozent ihres Durchmessers in den Kernschatten der Erde ein - eine recht unauffällige Finsternis.

Am 20. Oktober zieht der abnehmende Mond nur knapp eine Vollmondbreite südlich am Sternhaufen der Plejaden im Stier vorbei.

Die Sonne wandert auf dem absteigenden Ast ihrer Jahresbahn den ganzen Monat lang durch das Sternbild Jungfrau. Am Monatsletzten wechselt sie in das Sternbild Waage. Die Tageslänge schrumpft im Oktober um eineinhalb Stunden, die Mittagshöhe der Sonne nimmt um elf Grad ab. Am Sonntag, den 30. Oktober, endet die Sommerzeit. Die Uhren werden um 3.00 Uhr eine Stunde zurückgedreht.

Den Nachthimmel dominiert als auffälliges, kaum übersehbares Gestirn der Planet Mars. Der rötliche Wandelstern bewegt sich im Grenzgebiet der Sternbilder Stier und Widder. Ende Oktober kommt Mars in Erdnähe. Nur 69 Millionen Kilometer trennen uns dann von unserem äußeren Nachbarplaneten. Diese Strecke überbrückt das Licht in drei Minuten und 51 Sekunden. Vor zwei Jahren, Ende August 2003, näherte sich die Erde dem Roten Planeten sogar bis auf 56 Millionen Kilometer. Am Abendhimmel ist Mars im Nordosten auszumachen, um Mitternacht steht er hoch im Süden und morgens sieht man ihn in nordwestlicher Richtung.

Venus kann am frühen Abendhimmel tief im Südwesten gesehen werden. Unser innerer Nachbarplanet läuft durch die Sternbilder Schlangenträger und Skorpion. Zur Monatsmitte passiert Venus den Hauptstern des Skorpions, den roten Antares, drei Vollmondbreiten nördlich.

Saturn kann in der zweiten Nachthälfte beobachtet werden. Seine Aufgänge verlagert der Ringplanet in die Zeit vor Mitternacht. Zurzeit hält sich Saturn im Sternbild Krebs nahe dem offenen Sternenhaufen Krippe auf - ein besonders hübscher Anblick im lichtstarken Fernglas.

Am herbstlichen Fixsternhimmel steht abends das Sommerdreieck noch hoch im Westen. In Meridiannähe sind die Herbstbilder versammelt, allen voran der Pegasus, das geflügelte Pferd der Poeten, dessen Sternenquadrat als Herbstviereck bezeichnet wird. An die Nordostecke des Pegasusquadrats schließt sich die Sternenkette der Andromeda an. Im Sternbild der Andromeda sieht man bei sehr guten Sichtbedingungen ein kleines, längliches Lichtfleckchen, den Andromedanebel. Der Andromedanebel ist ein gigantisches Milchstraßensystem aus weit über 150 Milliarden Sonnen, die drei Millionen Lichtjahre von uns entfernt sind. Die Andromedagalaxie ist das fernste Objekt, das noch mit bloßen Augen zu sehen ist.

Tief am Osthimmel ist bereits der Stier mit seinem rötlich-gelben Hauptstern Aldebaran und den beiden Sternhaufen Hyaden und Plejaden aufgegangen. Der Stier kündigt den kommenden Winter an.

Hans-Ulrich Keller, dpa

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