Astro-Tipps November 2005

  • 28. October 2005


Der Meteorstrom der Tauriden zu Monatsbeginn wird in diesem Jahr reichhaltiger ausfallen als sonst. 

Hamburg (dpa) - Nachdem die Uhren zurückgestellt sind, wird es bereits am späten Nachmittag dunkel. Schon vor 18.00 Uhr leuchten die ersten Sterne auf - wolkenfreien Himmel vorausgesetzt. Leider versperrt trübes und feuchtes Wetter im November oft den Blick zum Sternenzelt. Vor allem in den Niederungen setzt häufig bereits am Nachmittag Nebel ein. Wenn der Himmel aber einmal aufklart, so leuchtet der Sternenhimmel besonders prächtig.

Schon bald nach Sonnenuntergang strahlt tief im Südwesten der Abendstern, unser innerer Nachbarplanet Venus. Natürlich ist Venus kein Stern, also keine selbstleuchtende, heiße Gaskugel, sondern reflektiert das Licht unserer Sonne. Am 5. November zieht die Sichel des zunehmenden Mondes ein wenig südlich am Abendstern vorbei. Venus wandert zurzeit durch die südlichsten Gefilde des Tierkreises. Den Stern Nunki im Schützen passiert unser Nachbarplanet am 18. November knapp südlich, ein interessanter Anblick im Fernglas.

Dominierendes Gestirn am Nachthimmel ist zweifelsohne Mars. Der Rote Planet ist die ganze Nacht am Firmament sichtbar. Nach Mond und Venus ist Mars das hellste Gestirn am Nachthimmel. Mars wandert durch das Grenzgebiet der Sternbilder Widder und Stier. Seine Bewegung lässt sich gut am offenen Sternhaufen der Plejaden und am Stern Aldebaran, dem Stierauge, verfolgen. Der Rote Planet steht am irdischen Himmel der Sonne zurzeit genau gegenüber und erreicht damit auch seine geringste Entfernung von uns. Für die Distanz von knapp 70 Millionen Kilometern braucht das Licht knapp vier Minuten.

Von Mitte November an taucht Jupiter am Morgenhimmel auf. Der Riesenplanet wandert gemächlich durch das Sternbild Jungfrau und wechselt am letzten Tag des Monats in das Sternbild Waage. Ein hübscher Himmelsanblick ergibt sich am Morgen des 29. November, wenn die schmale Sichel des abnehmenden Mondes nahe Jupiter zu sehen ist.

Saturn im Sternbild Krebs ist ebenfalls ein auffälliges, kaum übersehbares Gestirn, zumal der Krebs sich nur aus lichtschwachen Sternen zusammensetzt, die am aufgehellten Stadthimmel kaum sichtbar sind. Der Ringplanet erscheint am Osthimmel zu Monatsbeginn gegen 23.00 Uhr. Zu Monatsende steigt Saturn bereits um 21.00 Uhr über die Horizontlinie.

Zu Monatsbeginn sind einige helle Feuerkugeln oder Boliden des Meteorstromes der Tauriden zu erwarten. Der Sternschnuppenregen aus dem Sternbild Stier wird nach Kalkulationen der Meteorexperten in diesem Jahr reichhaltiger ausfallen als sonst. Auch die Beobachtungsbedingungen sind diesmal günstig, da kein Mondlicht stört. Denn am 2. November um 2.25 Uhr ist Neumond.

Der klassische Meteorstrom des Novembers, die Leoniden (14. bis 21. November), wird dagegen diesmal schwächer ausfallen. Zum Maximum in der Nacht vom 17. auf 18. November ist mit lediglich fünf bis zehn Sternschnuppen pro Stunde zu rechnen. Da am 16. November um 1.57 Uhr Vollmond ist, blendet außerdem das helle Mondlicht.

Blickt man in der nun früh einsetzenden Dunkelheit zum Himmel, so sieht man hauptsächlich noch die Sommersternbilder. Hoch im Süden steht das Sommerdreieck mit Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler. Beobachtet man aber vier Stunden später, so gegen 22.00 Uhr, zeigt der Himmel sein typisches Herbstgepräge. Hoch im Süden sind die Herbstbilder Widder, Pegasus, Andromeda und Perseus versammelt. Besonders markant und deshalb leicht erkennbar ist das Sternquadrat des Pegasus, das auch als Herbstviereck bezeichnet wird.

Fast im Zenit erkennt man die Kassiopeia, deren Sterne in Form eines großen W angeordnet sind. Die mittlere Spitze des Himmels-W deutet ungefähr zum Polarstern. In der Kassiopeia steht auch der Riesenstern Rho Cassiopeiae, von dem die Astronomen vermuten, dass er demnächst in einer gewaltigen Explosion, einer Supernova, aufleuchten wird. «Demnächst» kann allerdings eine Million Jahre bedeuten, aber auch zehntausend Jahre oder schon morgen.

Im Osten sind bereits die hellen Sterne des Winterhimmels erschienen. Kapella im Fuhrmann, Aldebaran im Stier, Beteigeuze und Rigel im Orion sowie Kastor und Pollux in den Zwillingen. Tief am Nordhorizont ist nun am Abendhimmel der Große Wagen zu finden.

Die Sonne strebt dem tiefsten Punkt ihrer Jahresbahn entgegen, den sie aber erst im Dezember erreicht. Am 22. November tritt das Tagesgestirn in das Tierkreiszeichen Schütze. Einen Tag später wechselt die Sonne aus dem Sternbild Waage in das Sternbild Skorpion, in dem sie bis 29. November abends verbleibt. An diesem Tag überschreitet sie die Grenze zum Schlangenträger. Die Tageslänge schrumpft um eineinviertel Stunden, die Mittagshöhe der Sonne nimmt um rund sieben Grad ab.

Hans-Ulrich Keller, dpa

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