Erde im Klimawandel

  • 17. November 2005


Erde im Klimawandel

London (dpa) - Mehr als ein Sechstel der Weltbevölkerung wird in den kommenden Jahrzehnten im Sommer von Wasserknappheit bedroht sein. Die Klimaerwärmung führt den Prognosen zufolge dazu, dass die Schneeschmelze immer früher eintritt und ein Großteil des Wassers auf Grund fehlender Speichermöglichkeiten ungenutzt ins Meer abfließt. Auch beim Rhein werden die Pegelstände früher steigen und im Sommer häufiger und länger auf niedrige Werte fallen. Über diese und weitere Auswirkungen der Klimaerwärmung berichten US-Forscher in zwei Übersichtsartikeln des Fachblatts «Nature».

So werde die Menschheit in einer wärmeren Welt auch vermehrt gesundheitliche Probleme bekommen. Schon heute sterben nach Schätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) jährlich etwa 150 000 Menschen an den direkten oder indirekten Folgen des Klimawandels. Als Gründe nennen die Forscher um Jonathan Patz von der University of Wisconsin in Madison unter anderem Tote bei Hitzewellen. Sie befürchten mit steigenden Temperaturen eine stärkere Verbreitung von Insekten, die Krankheiten übertragen, und höhere Ernteausfälle.

Am Rhein steigen die Temperaturen den Klimamodellen zufolge bis zur Mitte des Jahrhunderts um ein bis knapp zweieinhalb Grad. Die Erwärmung werde dazu führen, dass der Wasserstand des Rheins immer mehr von den Regenfällen abhängen wird, berichten die Forscher um Tim Barnett von der Scripps Institution of Oceanography in La Jolla (Kalifornien). Im Winter wird es häufiger Hochwasser geben, Trockenperioden im Sommer werden öfter auftreten und länger anhalten.

Industrie, Landwirtschaft und die Haushalte werden sich dann in den Sommermonaten die knappen Ressourcen teilen müssen, die Schifffahrt wird durch den niedrigen Wasserstand eingeschränkt werden, berichten die Forscher weiter. Auch könne weniger Energie durch Wasserkraft gewonnen werden, die Einnahmen der Tourismus- Branche in den Alpen werden auf Grund einer verkürzten Ski-Saison zurückgehen.

Im Westen der USA werde die globale Erwärmung dazu führen, dass um das Jahr 2050 herum das Frühjahrshochwasser etwa einen Monat früher einsetzt als bisher, schreibt das Forscherteam. Da es nicht genügend Wasser-Reservoire zum Speichern der ablaufenden Wassermassen gebe, werde das Wasser ausgerechnet im Sommer, wenn der Bedarf am höchsten ist, knapp.

Weitere Infos:

  • Originalveröffentlichungen:
    T. P. Barnett, J. C. Adam und D. P. Lettenmaier, Potential impacts of a warming climate on water availability in snow-dominated regions, Nature 438, 303 (2005).
    http://dx.doi.org/10.1038/nature04141
    Jonathan A. Patz, Diarmid Campbell-Lendrum, Tracey Holloway und Jonathan A. Foley, Impact of regional climate change on human health, Nature 438, 310 (2005).
    http://dx.doi.org/10.1038/nature04188
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