Astro-Tipps Juni 2006

  • 29. May 2006


 

Halbhoch über dem Südosthorizont erblickt man bei Einbruch der Dunkelheit den Riesenplaneten Jupiter.

Hamburg (dpa) - Am 21. Juni ist es wieder soweit: Die Sonne erklimmt den Gipfel ihrer Jahresbahn. Exakt um 14.26 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit erreicht die Sonne ihren Höchststand, der astronomische Sommer hält Einzug. Danach beginnt wieder der Abstieg zum Winterpunkt, weshalb man von Sommersonnenwende spricht. Am 21. Juni erleben wir das längste Tageslicht des Jahres. In Hamburg dauert es 17 Stunden und 3 Minuten, in München immer noch 16 Stunden und 5 Minuten. Nördlich des Polarkreises geht die Sonne überhaupt nicht unter, sie ist dann auch um Mitternacht zu sehen.

Nach Einbruch der nun spät einsetzenden Dunkelheit erblickt man bei klarem Himmel halbhoch über dem Südosthorizont einen hellen Lichtpunkt, der alle anderen Gestirne an Glanz bei weitem übertrifft. Es handelt sich dabei um den Riesenplaneten Jupiter. Schon in einem Fernglas sind die vier hellen Jupitermonde zu sehen. Der Riesenplanet wandert gemächlich durch das Sternbild Waage und ist fast die ganze Nacht über am Firmament vertreten. Nur vom Morgenhimmel zieht sich Jupiter allmählich zurück.

Noch weitere Planeten schmücken das abendliche Sternenzelt. Weit im Westen liefern sich Mars und Saturn ein Wettrennen im Sternbild Krebs, das Mars klar gewinnt. Zur Monatsmitte überholt der rötliche Mars den Ringplaneten Saturn und passiert dabei fast gleichzeitig den schönen offenen Sternhaufen Krippe knapp eine halbe Vollmondbreite südlich. Die Sterne der Krippe sind jedoch nur in einem lichtstarken Fernglas oder Teleskop auszumachen. Saturn ist deutlich heller als Mars. Da beide Planeten knapp über dem Nordwesthorizont stehen, wird ihr Licht durch die horizontnahen Dunstschichten erheblich geschwächt. Gegen Monatsende ziehen sich Mars und Saturn vom Abendhimmel zurück und werden für das bloße Auge unbeobachtbar.

Der flinke Planet Merkur bietet in der ersten Junihälfte eine bescheidene Beobachtungschance am Abend. Etwa eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang kann man Merkur tief am Nordwesthimmel als Lichtpünktchen erspähen. Unter sehr guten Sichtbedingungen kann man den sonnennahen Planeten noch bis etwa 20. Juni sehen. Es ist dies die letzte Abendsichtbarkeitsperiode von Merkur in diesem Jahr. Im August und November wird sich Merkur für einige Tage am Morgenhimmel sehen lassen.

Unser innerer Nachbarplanet, die strahlende Venus, leuchtet weiterhin als Morgenstern. Kurz nach der Monatsmitte wechselt sie aus dem Sternbild Widder in den Stier. Zu Monatsbeginn geht Venus gegen 3.00 Uhr auf, am Monatsende schon kurz vor 2.30 Uhr. Im Teleskop zeigt sie ein kleines, rundliches Planetenscheibchen.

Der ferne Planet Pluto sei diesmal erwähnt, da er am 16. Juni im Sternbild Schwanz der Schlange in Opposition zur Sonne steht. Uns trennen an diesem Tag 4506 Millionen Kilometer vom Benjamin der Planeten, dies entspricht dem 30Fachen der Entfernung Erde-Sonne. Vier Stunden und zehn Minuten ist das Licht von Pluto zu uns unterwegs. Nur in größeren Teleskopen kann der Planet gesehen werden, der im Jahre 1930 nach längerer Suche von Clyde Tombaugh am Lowell- Observatorium in Flagstaff, Arizona, auf einer fotografischen Himmelsaufnahme entdeckt wurde. Drei Monde sind bisher bekannt, die den Herrscher der Unterwelt auf seiner Reise um die Sonne begleiten. Für eine Sonnenumrundung benötigt Pluto knapp ein Vierteljahrtausend.

Noch hat Pluto keinen Besuch einer irdischen Raumsonde erhalten. Inzwischen ist aber ein unbemanntes Raumfahrzeug zu Pluto unterwegs. An Bord befindet sich eine Phiole mit etwas Asche des 1997 verstorbenen Plutoentdeckers. Im Sommer 2015 wird die Sonde «New Horizons» den Pluto erreichen.

Zu Monatsbeginn ist die Sichel des zunehmenden Mondes am Abendhimmel zu sehen. Am 8. Juni wandert der schon ziemlich rundliche Mond weit südlich am Jupiter vorbei. Der Vollmond steht am 11. Juni um 20.03 Uhr extrem tief im Sternbild Schlangenträger. Neumond ist am 25. Juni um 18.05 Uhr. Am 28. Juni begegnet die schmale Sichel des zunehmenden Mondes den Planeten Saturn und Mars.

Den Charakter des abendlichen Sternenhimmels bestimmen noch die Frühlingsbilder, wenn auch schon im Osten die Sommerbilder im Anmarsch sind. Das Frühlingsdreieck mit Arktur im Bootes, Spica in der Jungfrau und Regulus im Löwen ist in die westliche Hälfte des Firmaments gerückt. Im Osten hingegen ist das Sommerdreieck mit Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler komplett aufgegangen. Der Große Wagen steht noch steil über unseren Köpfen.

Hans-Ulrich Keller, dpa

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