Astro-Tipps August 2006

  • 31. July 2006

Astro-Tipps August 2006 

Hamburg (dpa) - Nach Einbruch der jetzt wieder früher einsetzenden Abenddämmerung leuchtet halbhoch im Südwesten zuerst der Riesenplanet Jupiter auf. Nach wie vor beherrscht er die abendliche Himmelsszene, wenn sich auch seine Sichtbarkeitsdauer erheblich verkürzt. Der Riesenplanet wandert durch das Sternbild Waage und sinkt zu Anfang August gegen Mitternacht unter den Horizont. Zu Monatsende geht er bereits kurz nach 22.00 Uhr unter.

Seit Erfindung des Fernrohrs, also seit vier Jahrhunderten, beobachten Astronomen in der dichten Wolkenhülle des Riesenplaneten einen gewaltigen Wirbelsturm, der wegen seiner Farbe als Großer Roter Fleck tituliert wird. Zur Überraschung der Jupiterbeobachter tauchte kürzlich ein zweiter, allerdings deutlich kleinerer, roter Fleck auf. Mit Spannung wird die Entwicklung dieses zweiten Wirbelsturms verfolgt.

Nach Jupiters Untergang ist der Sternenhimmel von hellen Planeten leergefegt. Erst am Morgenhimmel strahlt Venus. Allerdings verkürzt auch der Morgenstern seine Sichtbarkeitszeit drastisch. Zu Monatsanfang geht Venus kurz vor 4.00 Uhr auf, Ende August jedoch erst etwas nach 5.00 Uhr. Auch der schwierig zu beobachtende Merkur zeigt sich für zwei Wochen am Morgenhimmel: Vom 5. bis 20. August kann man den flinken Planeten knapp über dem Osthorizont etwa eine Stunde vor Sonnenaufgang als gelblichen Lichtpunkt erspähen.

Gegen Monatsende macht sich Saturn am Morgenhimmel bemerkbar. Am 27. August zieht Venus knapp nördlich am Ringplaneten vorbei. Um Saturn zu sehen, empfiehlt sich ein Fernglas, während Venus nach dem Mond das hellste Gestirn am morgendlichen Himmel ist.

Der Mond ist am 2. August nahe Jupiter zu sehen, ebenso am 29. August, wenn er wieder eine volle Erdumkreisung absolviert hat. Am 22. August steht morgens tief im Nordosten die extrem schmale Sichel des abnehmenden Mondes nahe bei Venus. Vollmond ist am 9., Neumond am 23. August.

Der August ist weithin als Sternschnuppenmonat bekannt. Vom 10. bis 14. August werden die Perseiden aktiv, einer der stärksten Meteorströme des Jahres. Seine Sternschnuppen entströmen scheinbar dem Sternbild Perseus, was dem Strom seinen Namen gab. Die meisten Perseidenmeteore sind in den Stunden nach Mitternacht zu sehen, wenn Perseus hoch am Himmel steht.

Das ausgeprägte Maximum ist in der Nacht vom 12. auf 13. August zu erwarten, wobei mehr als hundert Meteore pro Stunde aufflammen. Allerdings stört in diesem Jahr helles Mondlicht, so dass nur die helleren Perseiden zu sehen sind und damit nur etwa dreißig Sternschnuppen pro Stunde. Mit rund 200 000 Kilometern pro Stunde sind die Perseiden recht schnelle Objekte. Im Volksmund heißen die Perseidenmeteore auch Laurentius-Tränen nach dem Märtyrer Laurentius, der im Jahre 258 auf einem glühenden Rost zu Tode gefoltert wurde.

Der sommerliche Fixsternhimmel entfaltet nun seine volle Pracht. Hoch im Süden steht das Sommerdreieck mit Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler. Weit im Westen funkelt Arktur im Rinderhirten (Bootes). Während die heiße Wega bläulich strahlt, sendet der kühlere Arktur ein oranges Licht aus. Arktur und Wega sind die beiden hellsten Sterne des Nordhimmels.

Tief im Südwesten zieht ein roter, heller Stern die Blicke auf sich - es ist Antares, der Hauptstern des Skorpions. Antares ist ein so genannter roter Überriesenstern und zählt trotz seiner 600 Lichtjahre Entfernung zu den hellsten Sternen am irdischen Firmament. Der Antaresglobus ist so riesengroß, dass unsere Sonne samt der Erdbahn bequem in ihm Platz fänden. Antares besitzt einen lichtschwachen Begleitstern, der am 13. April 1819 bei einer Antaresbedeckung durch den Mond entdeckt wurde.

Am Osthimmel steigt das markante Sternenquadrat des Pegasus empor. Pegasus ist der erste Vorbote des Herbstes, weshalb man zu ihm auch Herbstviereck sagt. Der Sage nach ist der Pegasus das geflügelte Ross, das den Poeten zu ihren Gedankenflügen verhelfen soll. Der Pegasus entwich einst dem Leib der schrecklichen Medusa, als ihr von Perseus der Kopf abgeschlagen wurde.

Die Sonne wandert auf dem absteigenden Ast ihrer Jahresbahn, was sich an der um neun Grad sinkenden Mittagshöhe bemerkbar macht. Die Tage verkürzen sich um eindreiviertel Stunden. Am 10. August verlässt die Sonne das Sternbild Krebs und wechselt in das Sternbild Löwe, in dem sie bis zum 17. September bleibt. Am 23. August tritt sie in das Tierkreiszeichen Jungfrau.

Hans-Ulrich Keller, dpa

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