Balzan-Preis für Erforschung des Urknallechos

  • 05. September 2006

Balzan-Preis für Erforschung des Urknallechos

Berlin/Mailand (dpa) - Für ihre Beiträge zur Erforschung der Geschichte des Universums bekommen der Italiener Paolo de Bernardis und der Amerikaner Andrew Lange einen der begehrten Balzan-Preise 2006 auf dem Gebiet der Naturwissenschaften. Die zweite der mit einer Million Schweizer Franken dotierten Auszeichnungen teilen sich die Pflanzengenetiker Elliot M. Meyerowitz (USA) und Chris R. Somerville (USA/Kanada), wie die Stiftung mit Sitz in Mailand und Zürich am Montag in Berlin bekannt gab. In der Sparte der Geisteswissenschaften ehrt die Balzan-Stiftung den deutschen Musikhistoriker Ludwig Finscher und den britischen Politologen Quentin Skinner.

Bernardis und Lange werden vor allem für das Ballon-Experiment «Boomerang» in der Antarktis ausgezeichnet, das erste detaillierte Messungen der kosmischen Hintergrundstrahlung lieferte. Aus räumlichen Schwankungen in diesem «Echo des Urknalls» schließen Kosmologen auf das Alter und die frühe Entwicklung des Universums. Meyerowitz und Somerville haben nach den Ausführungen der Jury die Ackerschmalwand als Modellpflanze für die Molekulargenetik der Pflanzen etabliert. Finscher wird unter anderem für seine Forschungen in der Musikwissenschaft geehrt, Skinner für grundlegende Beiträge zur Geschichte des politischen Denkens.

Jeweils die Hälfte des Preisgeldes stellen die Preisträger Nachwuchswissenschaftlern in ihrem eigenen Forschungsbereich zur Verfügung. Die Preisträger wurden vom 20-köpfigen Preiskomitee unter dem Vorsitz des italienischen Botschafters Sergio Romano ausgewählt. Am 24. November werden die Auszeichnungen von Italiens Staatspräsident Giorgio Napolitano in Rom übergeben.

Stichwort: Balzan-Preis

Der Balzan-Preis gehört zu den höchstdotierten wissenschaftlichen, kulturellen und humanitären Auszeichnungen. Einmal jährlich vergibt die Balzan-Stiftung vier der mit je einer Million Schweizer Franken (640 000 Euro) ausgestatteten Preise. Sie ehrt Persönlichkeiten und Organisationen für außerordentliche Leistungen in Geistes- und Sozialwissenschaften, Kunst, Physik, Mathematik sowie Medizin und Naturwissenschaften. Hinzu kommt alle drei bis fünf Jahre ein Sonderpreis für Humanität, Frieden und Brüderlichkeit unter den Völkern.

Für die jährlichen Auszeichnungen legt die Balzan-Stiftung die Fachgebiete stets neu fest. So sollen die Ehrungen auch Wissenschaftlern aus sonst weniger beachteten Disziplinen zugute kommen. Die Hälfte des Preisgelds ist für Projekte von Nachwuchswissenschaftlern auf dem jeweiligen Fachgebiet bestimmt, die der Preisträger aussucht. Seit 1961 erhielten 106 Wissenschaftler und Organisationen einen Balzan-Preis. Dafür wurden mehr als 52 Millionen Schweizer Franken ausgezahlt. Die Auszeichnung ging unter anderem an die Nobel-Stiftung, das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR, Mutter Teresa und zahlreiche Wissenschaftler.

Die Balzan-Stiftung mit Sitz in Mailand und Zürich ist seit 1956 international aktiv. Namensgeber ist der Italiener Eugenio Balzan. Der 1874 geborene Journalist war 30 Jahre lang Geschäftsführer der italienischen Zeitung «Corriere della Sera». 1933 emigrierte er aus Widerstand gegen den Faschismus in die Schweiz, wo er bis zu seinem Tode 20 Jahre später lebte. Seine Tochter verfügte in ihrem Testament die Stiftungsgründung.

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