APEC-Gipfel verabschiedet Klimaerklärung

  • 10. September 2007

Sydney (dpa) - Das APEC-Wirtschaftsforum mit den beiden weltgrößten Luftverschmutzern USA und China hat sich in Sydney zum Klimaschutz verpflichtet. Spezifische Ziele zur Senkung des Ausstoßes von Treibhausgasen wurden allerdings nicht genannt. «Es war unrealistisch, so etwas zu erwarten», sagte der australische Premierminister John Howard am Sonntag zum Abschluss des zweitägigen Gipfeltreffens der 21 Pazifikanrainerstaaten APEC. Er bezeichnete die Erklärung als «Meilenstein auf dem langen Marsch zu einer akzeptablen Klimaschutz-Vereinbarung, die auch funktioniert». Umweltschützer sprachen dagegen von Augenwischerei.

Mit der «Erklärung von Sydney» hat China erstmals formell akzeptiert, dass auch Entwicklungsländer ihre Treibhausgas-Emissionen senken müssen. «Dies ist die erste Vereinbarung dieser Art, an der die größten Verschmutzer - die USA, China und Russland - beteiligt sind», sagte Howard.

Die Regierungschefs appellierten auch an die Welt, sich ernsthafter um einen Abschluss der seit Jahren blockierten Doha- Welthandelsrunde zu kümmern. Damit sollen Entwicklungsländer bessere Absatzchancen in reichen Ländern bekommen. Eine Einigung scheitert bislang an mangelnder Bereitschaft der USA und der EU, Agrarsubventionen weiter abzubauen.

Howard bezeichnete die Klimaerklärung als wichtigen Auftakt zu den Klimaverhandlungen in Bali. «Wir haben einen neuen internationalen Konsens für die Region und die Welt vorgezeichnet», sagte er. Auf der indonesischen Ferieninsel beginnen im Dezember die UN-Verhandlungen für einen Nachfolgevertrag zum Kyoto-Protokoll, das 2012 endet. Howard, der neben Bush lange zu den größten Skeptikern des Klimawandels gehörte, räumte ein, dass die Welt an verbindlichen Reduktionszielen nicht vorbei kommt. «Aber das dauert noch», sagte er. Australien ist auf Pro-Kopf-Basis einer der weltgrößten Verschmutzer der Luft mit Kohlendioxid (CO2). Die USA und Australien haben das Kyoto-Protokoll als einzige Industrieländer nicht ratifiziert, weil sie Nachteile für ihre Wirtschaft fürchteten und es unfair fanden, dass Entwicklungsländer darin nicht in die Pflicht genommen wurden.

Umweltschützer zeigten sich von dem Ergebnis von Sydney enttäuscht. «Wenn John Howard und George Bush sich ernsthaft um den Klimawandel kümmern, sollten sie das Kyoto-Protokoll ratifizieren und sich um echte Lösungen kümmern, wie erneuerbare Energien und Energieeffizienz», meinte Abigail Jabines von Greenpeace. Die APEC-Länder, die 60 Prozent der Weltwirtschaftsleistung erbringen, wollen die Energieintensität - den Energieaufwand pro Einheit des Bruttosozialprodukts - bis 2030 um 25 Prozent senken. Zudem sollen in der Region bis 2020 auf 20 Millionen Hektar Bäume gepflanzt werden.

In Sydney demonstrierten am Samstag einige tausend Menschen gegen US-Präsident Bush, den Irak-Krieg, den Freihandel und mangelnde Klimaschutzinitiativen. Der Protest verlief weitgehend friedlich. Die Polizei sprach von 5000, die Veranstalter von 10 000 Teilnehmern. Bush war schon am Samstagabend nach Washington abgereist.

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