Vier Projekte konkurrieren

  • 27. November 2007

Berlin (dpa) - Ein Verfahren zur Chipherstellung, hellere Leuchtdioden, Hochleistungs-Akkus für Elektroautos und eine molekulare Rasterfahndung nach neuen Arzneien - vier Projekte konkurrieren um den Deutschen Zukunftspreis des Bundespräsidenten. Am 6. Dezember wird Horst Köhler in Berlin den diesjährigen Träger der mit 250.000 Euro dotierten Auszeichnung küren. Aus 23 Vorschlägen waren 4 Teams ins Rennen gegangen. Wie in den Vorjahren hat die Jury auch in diesem Jahr Verfahren nominiert, die sich in der Praxis gut anwenden lassen.

Ein Team der Universität Duisburg-Essen erdachte gemeinsam mit dem Industriekonzern Evonik eine Technik für sicherere Lithium-Ionen- Batterien mit starker Leistung. Damit sollen unter anderem Elektroautos ihre Reichweite erhöhen. Einen Testwagen gibt es bereits. Das Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik in Jena hat in Zusammenarbeit mit dem Regensburger Unternehmen Osram Opto Semiconductors Leuchtdioden gleich dreifach verbessert: Die Forscher bauten neue Chips, ein Gehäuse und eine Spezialoptik. Damit kann die Technik in neuen Bereichen strahlen.

Mithilfe der EUV-Lithographie, die mit extrem kurzwelliger ultravioletter Strahlung (EUV) arbeitet, kann sich die Dichte, mit der elektronische Bauelemente auf einen Computerchip gepackt werden können, im Vergleich zu heute um mehr als das Zehnfache erhöhen. Seit mehr als zehn Jahren haben Entwickler und Ingenieure der hundertprozentigen Zeiss-Tochtergesellschaft Carl Zeiss SMT an dieser Technik geforscht und mehr als 100 Millionen Euro in ihre Arbeit investiert. Eine Art molekulare Rasterfahndung für die Medikamentenentwicklung kommt von der Universität Freiburg und dem Münchner Start-up Nanion Technologies. Sie verbesserten eine Methode, um elektrische Ströme in Zellen zu messen. Die neuen Geräte samt neuem Biochip würden bereits von großen Pharmafirmen genutzt, sagte Projektsprecher Niels Fertig.

Die bisherigen Träger des Deutschen Zukunftspreises:

  • 1997: Der Ingenieur Christhard Deter von der Geraer Firma Laser- Display-Technologie KG für das «Laser-TV», eine Großbildprojektion mithilfe von Lasern.

  • 1998: Der Physiker Peter Grünberg vom Forschungszentrum Jülich für einen hochsensiblen Festplatten-Sensor, der die Speicherkapazität drastisch erhöht hat und heute in praktisch allen modernen Festplatten zu finden ist.

  • 1999: Die Direktoren Peter Gruss und Herbert Jäckle vom Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen für ihre Arbeiten zu molekularbiologischen Verfahren für eine innovative medizinische Therapie, etwa bei Diabetes.

  • 2000: Bernhard Grill und Harald Popp vom Fraunhofer-Institut für integrierte Schaltungen (IIS) in Erlangen sowie Professor Karlheinz Brandenburg vom IIS in Ilmenau für das Datenkompressionsverfahren MP3 («Motion Picture Experts Group audio layer 3»).

  • 2001: Wolfgang Wahlster vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) für sprachverstehende Computer als Dialog- und Übersetzungsassistenten.

  • 2002: Die Biochemikerinnen Maria-Regina Kula und Martina Pohl des Instituts für Enzymtechnologie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf für «sanfte» Chemie mit biologischen Katalysatoren, mit denen etwa hochwertige Chemikalien für die Herstellung von Medikamenten oder Duftstoffen erzeugt werden können.

  • 2003: Ein Team um Kazuaki Tarumi von der Firma Merck in Darmstadt für die Entwicklung von Flüssigkristallen für Fernseh-Flachbildschirme geehrt.

  • 2004: Rainer Hintsche, Walter Gumbrecht und Roland Thewes vom Fraunhofer-Institut für Siliziumtechnologie im schleswig-holsteinischen Itzehoe und von Siemens für ein Labor auf dem Chip, mit dem sich schnell etwa Krankheitserreger feststellen lassen.

  • 2005: Drei Forscher von Robert Bosch in Stuttgart und Siemens VDO Automotive in Regensburg für die Entwicklung sparsamer Automotoren. Friedrich Boecking, Klaus Egger und Hans Meixner entwickelten gemeinsam die so genannte Piezo-Einspritztechnik, die Kraftstoff sparen und Abgase verringern hilft.

  • 2006: Der Göttinger Physiker Stefan Hell vom Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie für ein verbessertes Lichtmikroskop, das winzige Details in einer Schärfe abbilden kann, die lange als physikalisch unerreichbar galt. So gewährt es zum Beispiel Einblicke in das Innere lebender Zellen.

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