Leibniz-Preise an elf Wissenschaftler

  • 07. December 2007

Bonn (dpa) - Elf Wissenschaftler sind von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit den begehrten Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preisen 2008 ausgezeichnet worden. Wie die DFG am Donnerstag in Bonn mitteilte, erhalten neun Preisträger jeweils eine Fördersumme von 2,5 Millionen Euro. Zwei Biologinnen teilen sich das Preisgeld. Unter den Gewinnern sind vier Forscher aus Nordrhein-Westfalen. Mehrere Preise gingen dabei an Wissenschaftler von Max-Planck- Instituten, einer an einen Forscher des Fraunhofer Instituts. Die Ausgezeichneten können das Geld in den kommenden sieben Jahren für Projekte verwenden.

  • Der Aachener Physiker Martin Beneke (41) entwickelte präzise Messungen in der Elementarteilchenphysik. Diese helfen, neue Erkenntnisse zur Entstehung des frühen Universums zu gewinnen.

  • Martin Carrier (52), Philosophie-Professor an der Universität Bielefeld, verknüpfte Philosophie und Naturwissenschaft, wodurch wichtige Studien zu Raum-Zeit-Theorien in der Geometrie entstanden.

  • Mit Gesellschafts-, Wettbewerbs- und Zivilrecht beschäftigte sich der Wirtschaftsrechtler Holger Fleischer (42) von der Universität Bonn. Er gilt als Modernisierer der jüngeren deutschen Zivilrechtswissenschaft.

  • Wolfgang Lück (50), Mathematiker an der Universität Münster, erzielte in der algebraischen Topologie Erfolge. Er trug dazu bei, offene mathematische Vermutungen hierarchisch ordnen zu können.

  • Die Informatikerin Susanne Albers (42) von der Universität Freiburg entwickelte effiziente Algorithmen, die in Laptops und Handys eingesetzt werden können.

  • Holger Boche (40), Informationstechniker vom Fraunhofer Institut für Nachrichtentechnik in Berlin, erforschte Mobilfunksysteme. Dank seiner Arbeiten können Mobilfunkfrequenzen mit möglichst wenig fest installierten Sendern und Empfängern flächendeckend genutzt werden.

  • Gemeinsam für ihre Arbeiten im Bereich der Biologie wurden Elena Conti (40) vom Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried und Elisa Izaurralde (48) vom Tübinger Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie ausgezeichnet. Sie erforschten die Umsetzung genetischer Informationen in Proteine innerhalb menschlicher Zellen.

  • Höhere Auflösungen bei Laser-Mikroskopen entwickelte der Göttinger Biophysiker Stefan W. Hell (44) vom Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie. Damit konnten molekulare Vorgänge im Nervensystem nachgewiesen werden.

  • Der Nanowissenschaftler Klaus Kern (47) erforschte am Stuttgarter Max-Planck-Institut für Festkörperforschung Oberflächenstrukturen auf atomarer Ebene. Auf Grundlage dieser Erkenntnisse hatte er unter anderem 2002 den bis dahin kleinsten Festkörper-Magneten entwickelt.

  • An der Universität Augsburg entwickelte der Physiker Jochen Mannhart (47) ein hoch auflösendes Rastersondenmikroskop, womit die Rolle von Elektronen in Festkörpern erforscht werden konnte.

Die Leibniz-Preise werden jährlich vergeben. Sie sind die höchstdotierten deutschen Förderpreise. Seit 1985 wurden insgesamt 282 Forscher ausgezeichnet, darunter 93 Naturwissenschaftler, 72 Biologen, 56 Geisteswissenschaftler und 38 Ingenieurwissenschaftler. Verliehen wird der Preis am 11. Februar nächsten Jahres in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in Berlin.

Der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis

Der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis wird jährlich von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in Bonn vergeben und soll die Arbeitsbedingungen herausragender Wissenschaftler aller Fachrichtungen verbessern. Verliehen werden pro Jahr bis zu zehn Auszeichnungen mit einer Fördersumme von jeweils bis zu 2,5 Millionen Euro. Ein Preis kann zwischen mehreren Forschern aufgeteilt werden.

Ausgewählt werden die Preisträger vom DFG-Nominierungsausschuss, in dem 17 Wissenschaftler aus ganz Deutschland sitzen. Die endgültige Entscheidung fällt der Hauptausschuss der DFG. In diesem 65-köpfigen Gremium sitzen neben Forschern Vertreter der Bundesministerien und die Wissenschaftsminister der Bundesländer. Prämiert wurden bislang 282 Wissenschaftler, darunter 254 Männer und 28 Frauen. Einer der bekanntesten Preisträger war im Jahr 1986 der Philosoph Jürgen Habermas.

Mit bis zu fünf Millionen Euro will ein neuer «Forschungsfonds in Deutschland»-Förderpreis («Research in Germany Award») Spitzenforscher an deutsche Hochschulen locken. Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) hatte die mit jeweils bis zu fünf Millionen Euro dotierte Auszeichnung kürzlich auf den Weg gebracht hat. Sie wird vom Forschungsministerium finanziert und von der Alexander von Humboldt-Stiftung vergeben. Im Herbst 2008 sollen erstmals bis zu zehn Preisträger ausgewählt werden.

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