Klimawende ist «technologische Revolution»

  • 11. December 2007

Klimawende ist «technologische Revolution»

Nusa Dua (dpa) - Der Kampf gegen die fortschreitende Erderwärmung ist nach Ansicht des deutschen Klima-Experten Christoph Bals eine Umwälzung von historischem Charakter. Es handele sich um nichts weniger als eine «neue technologische Revolution», sagte der Klima- Direktor der Umweltorganisation Germanwatch am Montag der Deutschen Presse-Agentur dpa bei der Weltklimakonferenz auf Bali. Deswegen seien die Verhandlungen auch überaus kompliziert. «Wer hier aus Bali rasche Ergebnisse erwartet, der könne nur schlechte Ergebnisse ohne Substanz wollen.»

Für Bals, der die weltweiten Klimaverhandlungen aufseiten der regierungsunabhängigen Organisationen seit einem Jahrzehnt direkt verfolgt hat, zielt daher auch Kritik an angeblich schleppenden Verhandlungen ins Leere. «Ernsthafte und tiefgreifende Ergebnisse sind nur in äußerst schwierigen Verhandlungen zu erzielen. Für viele Länder und Wirtschaftsbranchen steht viel auf dem Spiel.»

Auf Bali gehe es um den «politischen Anstoß für eine technologische Revolution», sagte Bals. Diese Revolution betreffe den Energie-, Verkehrs- und Bausektor sowie auch eine Umstrukturierung der Land- und Forstwirtschaft. Im Kern werde auch das bisherige «Wohlstandsmodell» ins Visier genommen, das weltweit auf der großzügigen Nutzung fossiler Energieträger aufbaue. «In der Klimapolitik werden die Weichen für ein ganz anderes Wohlstandsmodell gestellt - für ein emissionsarmes Modell.»

Es sei den Beteiligten von Anfang an klar gewesen, dass Verhandlungen über eine Nachfolgeregelung für das Kyoto-Protokoll in Bali nur beginnen könnten, betonte Bals. In der Öffentlichkeit dürfe hier auch kein anderer Eindruck geweckt werden. Nach Bali werde der Verhandlungsprozess praktisch jeden Monat und in vielen Teilen der Welt auf unterschiedlichen Ebenen fortgesetzt. Alles ziele auf einen Abschluss Ende 2009 ab. «Substanzielle Ergebnisse wären mit der jetzigen US-Regierung - sie ist bis Anfang 2009 im Amt - auch gar nicht zu erhalten.»

Gespräch: Edgar Bauer, dpa

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