Descartes-Preis geht an Klimaforscher

  • 13. March 2008

Bremerhaven/Brüssel (dpa) - Ein Klimaforschungsprojekt in der Antarktis unter deutscher Leitung hat den Descartes-Preis der Europäischen Kommission erhalten. Bei dem vom Alfred-Wegener-Institut (AWI) in Bremerhaven geführten europäischen Epica-Projekt hatten Wissenschaftler aus zwölf Nationen in der Antarktis zwei jeweils rund 3000 Meter lange Eiskerne erbohrt. Sie konnten daraus Aufschluss über mehrere 100 000 Jahre Klimageschichte der Erde gewinnen.

Der mit insgesamt 1,36 Millionen Euro dotierte Descartes-Preis wird jährlich an bis zu vier europäische Forschergruppen für hervorragende grenzüberschreitende Projekte vergeben. In diesem Jahr gab es neben dem von deutschen Forschern geführten Projekt noch ein medizinisches unter französischer und ein technisches unter britischer Leitung.

An dem Projekt «European Program for Ice Coring in Antarctica» (Epica) wurden zwischen 2001 und 2006 fernab der ständig besetzten Forschungsstationen zwei Tiefenbohrungen in das Festlandeis der Antarktis vorgenommen. Bei anschließenden Analysen der Eiskerne stellten die Wissenschaftler unter anderem fest, dass die Konzentration von Treibhausgasen auf der Erde in den vergangenen 650 000 Jahren nicht so hoch war wie derzeit.

Das Epica-Projekt sei eine Gelegenheit für junge Wissenschaftler aus ganz Europa, gemeinsam Spitzenforschung vorzunehmen und so eine wissenschaftliche Karriere aufzubauen, sagte ein AWI-Sprecher. Mit Hilfe des Descartes-Preises sei es nun möglich, die Vernetzung und europäische Zusammenarbeit zu intensivieren.

An Epica waren Wissenschaftler aus Belgien, Dänemark, Großbritannien, Frankreich, Italien, Norwegen, Schweden, der Schweiz und den Niederlanden sowie Deutschland beteiligt. Geleitet wurde das Epica-Projekt von dem stellvertretenden Direktor des Alfred-Wegener- Institutes, Prof. Heinz Miller. Am AWI wurde außerdem ein Großteil der Eiskern-Analysen vorgenommen.

Weiterer Preisträger war das Virlis-Projekt, bei dem unter Leitung des Institut Pasteur in Paris Listeria-Bakterien erforscht wurden, die zunehmend resistent gegen Antibiotika werden. Das ebenfalls ausgezeichnete Projekt SYnNanoMotors aus Edinburgh entwickelte winzigste Motoren.

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