Vater der Chaos-Theorie gestorben

  • 18. April 2008

Vater der Chaos-Theorie gestorben

New York (dpa) - Der US-Meteorologe Edward Lorenz, oft als Vater der Chaos-Theorie bezeichnet, ist mit 90 Jahren in den USA gestorben. Er erlag am Mittwoch in seinem Haus in Cambridge einem Krebsleiden, wie das Massachusetts Institute of Technology (MIT) auf seiner Internetseite mitteilte.

Lorenz hatte in den 60er Jahren entdeckt, dass winzige Änderungen in einem dynamischen System wie dem Wetter riesige Auswirkungen haben können. Er machte das Phänomen als «Schmetterlingseffekt» weltberühmt. Danach kann der Flügelschlag eines Schmetterlings in Brasilien im Prinzip auch das Wetter in Berlin beeinflussen.

Für die Meteorologie war die Folgerung, dass es absolut sichere Wettervorhersagen nicht gibt. Aber auch alle anderen Grundwissenschaften wurden von dieser Erkenntnis stark beeinflusst. Dabei war Lorenz durch Zufall auf die «Chaos-Theorie» gestoßen. Er hatte bei der zweimaligen Berechnung eines Wettermodells am Computer unbemerkt eine minimal veränderte Anfangszahl eingegeben und zwei völlig unterschiedliche Ergebnisse erhalten.

Lorenz, der mit einigen Unterbrechungen durch andere Lehraufträge von 1962 bis 1987 als Professor am MIT arbeitete, wurde mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt. Bei der Verleihung des Kyoto-Preises 1991 würdigte die Jury die Chaos-Theorie als «eine der dramatischsten Veränderungen in der Sicht der Menschheit auf die Natur seit Sir Isaac Newton».

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