Kosmische Crashs

  • 28. April 2008

Garching (dpa) - Zusammenstöße von Galaxien waren im jungen Universum viel häufiger als heute. Während in unserer kosmischen Nachbarschaft derzeit nur noch eine von einer Million Galaxien mit einer anderen kollidiert, waren galaktische Kollisionen eine entscheidende Antriebskraft in der Evolution des frühen Universums. Denn die Welteninseln standen sich damals wegen der Ausdehnung des Weltalls noch viel näher als heute. Das europäische «Hubble»-Zentrum hat jetzt zum 18. Jahrestag des Starts des Weltraumteleskops einen spektakulären Foto-Atlas kollidierender Galaxien veröffentlicht. Die 59 Bilder illustrieren die Vielfalt der Formen und Strukturen, die durch die kosmischen Crashs entstehen, wie das Zentrum am Donnerstag in Garching bei München berichtete.

Galaktische Kollisionen führen in der Regel zum Verschmelzen der beteiligten Partner. Tatsächliche Zusammenstöße von Sternen sind dabei außerordentlich selten, weil die Welteninseln trotz ihrer Milliarden Sterne so dünn besiedelt sind, dass sie sich gegenseitig durchqueren können. Ihre gigantische Schwerkraft bindet sie jedoch aneinander, oft verschlingt eine große Galaxie eine kleinere. So verleibt sich auch unsere Milchstraße derzeit die Sagittarius-Zwerggalaxie ein, wie das «Hubble»-Zentrum berichtete.

In etwa zwei Milliarden Jahren könnte dann der Milchstraße selbst dieses Schicksal drohen: Sie wird voraussichtlich mit der gigantischen Andromeda-Galaxie verschmelzen, die derzeit mit 500 000 Kilometern pro Stunde auf uns zurast. Einen neuen Namen hat die künftige Heimat unseres Sonnensystems schon: Astronomen nennen sie Milkomeda (aus der englischen Bezeichnung der Milchstraße, Milky Way, und Andromeda).

Das Weltraumteleskop war am 24. April 1990 um 14.34 Uhr (MESZ) an Bord des Spaceshuttles «Discovery» gestartet und am 26. April um 21.38 in der Erdumlaufbahn ausgesetzt worden.

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