Deutsche Mondmission LEO am Wanken

  • 24. September 2008


Darmstadt/Münster (dpa) - Astronaut Thomas Reiter ist dafür, dass Deutschland an der eigenen unbemannten Mondmission LEO festhält. «Es reicht nicht, Raumfahrtsysteme nur zu bauen», sagte Reiter zum Auftakt des Deutschen Luft- und Raumfahrtkongresses in Darmstadt. Deutschland müsse darüber hinaus mehr Erfahrungen beim Betrieb von Raumfahrtmissionen sammeln. Derweil bedauerten mehrere Planetenforscher bei einer wissenschaftlichen Tagung in Münster, dass das Bundeswirtschaftsministerium die LEO-Mission zurückgestellt hat.

Wie diesen Sommer bekanntgeworden war, will die Bundesregierung wegen der Haushaltskonsolidierung die rund 350 Millionen Euro für den Mondflug im Jahr 2012 nicht zur Verfügung stellen. Die Mittel waren bereits im Haushalt des Bundeswirtschaftsministeriums eingeplant. Nach den Plänen sollte eine Sonde in die Mondumlaufbahn gebracht werden und den Erdtrabanten dreidimensional kartografieren.

Das Projekt sei nicht zuletzt wichtig, um die Jugend in Deutschland stärker für die Raumfahrt zu begeistern, sagte Reiter, der in den vergangenen Jahren mehrfach zu Missionen im Weltraum war. Er ist beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) zuständig für die Bereiche Raumfahrtforschung und -entwicklung. Der Astronaut äußerte die Hoffnung auf neue Finanzierungsmöglichkeiten im Bundeshaushalt. Sollte die Finanzierung dennoch nicht zustande kommen, werde sich das DLR nach Partnern auf europäischer Ebene umsehen, sagte Reiter.

Die deutsche Planetenforschung und Raumfahrt habe in den vergangenen Jahren «einen ausgezeichneten Ruf» erlangt, betonten unterdessen etwa 70 Wissenschaftler in einer in Münster veröffentlichten Erklärung. «Der Mond ist ein Schlüssel zum Verständnis unseres Planeten als Teil des Sonnensystems, unserer Vergangenheit und unserer Zukunft.»

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