Bühne frei für Licht-Artisten

  • 08. July 2009

Das Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts ist in der Universitätsstadt Erlangen offiziell eröffnet worden.

 

Mit einer Festveranstaltung und einem anschließenden wissenschaftlichen Symposium ist heute in Erlangen das Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts offiziell eröffnet worden. Der Auftakt zu den Feierlichkeiten fand in der Aula der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg statt, das anschließende Symposium im neuen Institut.

Der Schwerpunkt des neuen Max-Planck-Instituts wird die Erforschung neuer optischer Strukturen sein. Vorläufereinrichtung des Instituts ist die Max-Planck-Forschungsgruppe "Optik, Information und Photonik", die im Jahr 2000 an der Universität Erlangen-Nürnberg eingerichtet wurde und aus der auch die beiden Gründungsdirektoren stammen: Gerd Leuchs und Philipp St. John Russell. In der Festansprache betonte Peter Gruss, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, die gute Zusammenarbeit zwischen der Friedrich-Alexander-Universität und der Max-Planck-Gesellschaft in der vorangegangenen Max-Planck-Forschungsgruppe. "Die Symbiose zwischen dem Institut und der Universität wird der Optik-Forschung noch einmal neue Impulse geben."

Vorerst setzt das neue Institut auf zwei Abteilungen: Gerd Leuchs leitet die Abteilung "Optik und Information". Der Wissenschaftler forscht seit 1994 in Erlangen und etablierte neue Projekte auf dem Gebiet der Quanteninformation und in der klassischen Optik.  Philip St. John Russell übernimmt die Leitung der Abteilung "Photonik und neue Materialien". Der britische Wissenschaftler kam erst 2005 nach Erlangen,, zuvor forschte und lehrte er an der University of Bath. Für seine wegweisenden Studien auf dem Gebiet der Photonischen Kristallfasern, kurz PCF, erhielt er bereits mehrere Preise. Innerhalb der nächsten vier Jahre soll das Institut auf vier Abteilungen anwachsen. Die beiden neuen Abteilungen "Nanophotonik und Plasmonik" sowie "Theorie des Lichts" befinden sich noch in der Planungsphase. Insgesamt werden 44 hauptamtliche Wissenschaftler am Institut arbeiten und die physikalischen Eigenschaften des Lichts erforschen. Bis 2011 sollen 300 Mitarbeiter eingestellt werden.

"Grundlegende Innovationen kann es nur mit exzellenter Grundlagenforschung geben", sagte Thomas Rachel (MdB), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). "Ich bin sehr froh, dass es mit diesem neuen Standort hier in Erlangen ein weiteres Institut für herausragende Grundlagenforschung in Deutschland gibt." Der Staatssekretär verwies auch auf die von Bund und Ländern beschlossene Fortsetzung des Paktes für Forschung und Innovation. Dieser sieht vor, die Ausgaben des Bundes für die großen Forschungsorganisationen künftig pro Jahr um fünf Prozent zu steigern. "Dieser Pakt gibt auch der Max-Planck-Gesellschaft Planungssicherheit", sagte Rachel. Die Max-Planck-Gesellschaft wird zu 50 Prozent vom Bund und zu 50 Prozent von der Ländergemeinschaft finanziert.

Das neue Institut baut nach den Worten Rachels die wissenschaftliche Exzellenz auf dem Gebiet der Optik in Deutschland weiter aus und knüpft an die lange Tradition in diesem Bereich hier zu Lande an. Der Staatssekretär verwies in diesem Zusammenhang auch auf den Nobelpreis für Theodor Hänsch für den Frequenzgenerator sowie den Zukunftspreis des Bundespräsidenten für Stefan Hell für ein neuartiges Lichtmikroskop.

  

Spannende Einblicke in die Optik-Forschung konnten die Gäste auf dem Symposium gewinnen. Führende Wissenschaftler, darunter Nobelpreisträger Roy R. Glauber sowie die Leibnitz-Preisträger Ferenc Krausz und Wolfgang P. Schleich nahmen in ihren Vorträgen die Zuhörer mit in die facettenreiche Welt des Lichts.

Das Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts fügt sich in ein Netz von Instituten ein. Mit einigen davon ergeben sich Berührungspunkte und damit weitere Kooperationsmöglichkeiten: "Mit dem Max-Planck-Institut für Quantenoptik in Garching wollen wir gemeinsam an photonischen Glasfasern forschen", sagte Philip Russel. Auch mit dem MPI für Festkörperforschung, dem MPI für Mikrostrukturphysik sowie dem MPI für biophysikalische Chemie ist eine Zusammenarbeit geplant.

Max-Planck-Gesellschaft/dpa/BMBF/KP

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KP

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