Superteleskop Herschel zeigt Sterngeburten

  • 10. July 2009

Superteleskop «Herschel» zeigt Sterngeburten

Knapp zwei Monate nach seinem Start hat das europäische Weltraumteleskop «Herschel» erste Testaufnahmen mit allen seinen Instrumenten gemacht. Die Infrarotbilder zeigen etwa Sterngeburten, die Zentren von Galaxien und Planetensysteme, wie die Europäische Raumfahrtagentur ESA am Freitag in Paris mitteilte. Die Infrarotstrahlen, die «Herschel» aufzeichnet, könnten Gas- und Staubwolken durchdringen, die optischen Teleskopen den Blick verstellen, betonte die ESA.

Herschel-Bild (Bild: SRON)

Abb.: Tief verborgen in der Riesen-Molekülwolke DR21 im Sternbild Schwan richten neu entstandene Sterne massiven Schaden an in ihrer kosmischen Kinderstube. Das Falschfarbenbild im Hintergrund (NASA, Spitzer) zeigt die Gesamtverteilung der interstellaren Materie im Licht von warmem Staub, der durch die eingebetteten jungen Sterne aufgeheizt wird. Das Teilbild zeigt die Spektrallinie von ionisiertem Kohlenstoff, wie sie jetzt mit dem hochauflösenen Spektrometer HIFI beobachtet wurde. Diese Linie leistet einen wichtigen Beitrag zur Kühlung des interstellaren Gases. Sie kann vom Boden aus nicht beobachtet werden, weil bei diesen Frequenzen die Erdatmosphäre undurchsichtig ist. Die breite Linie (in rot) an der Position eines neu entstandenen Sterns zeigt die Anwesenheit eines starken stellaren Windes an, der die umgebende Wolke auseinander reißt. Im Gegensatz dazu zeigt die Kontrollposition (in blau) die viel schmälere Emissionslinie vom ungestörten Teil der Wolke. (Bild: SRON)

Das nach dem Astronomen William Herschel (1738-1822) benannte High-Tech-Instrument soll viel tiefer und genauer ins Weltall blicken können als bisherige Beobachtungsstationen. Es hatte bereits Mitte Juni erste Bilder aus dem All gesandt und damit nach Einschätzung der ESA «alle Erwartungen übertroffen».

Mit dem Infrarot-Teleskop wollen die Astronomen unter anderem die ersten Sterne des Universums anvisieren und in die Staubkokons entstehender Sonnen spähen. Im Idealfall wird «Herschel» bis weit ins Jahr 2013 Daten sammeln und damit die offizielle Lebensdauer von 3,5 Jahren deutlich überschreiten.

dpa/Max-Planck-Gesellschaft

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