Abschied von der 100-Watt-Glühbirne

  • 01. September 2009

Einstieg in den Abschied von der klassischen Glühbirne: Vom 1. September 2009 an soll sie nach Beschluss der Europäischen Union nach und nach vom Markt verschwinden, um Strom zu sparen und den Klimaschutz voranzubringen. Ihre Nachfolge sollen Energiesparlampen antreten. Zunächst sind herkömmliche Glühbirnen mit einer Leistung von 100 Watt von der Regelung betroffen. Von September 2010 an folgen dann Birnen mit mehr als 60 Watt, ein Jahr später Glühbirnen mit mehr als 40 Watt und ab September 2012 Glühlampen mit einer Leistung von mehr als 10 Watt. Von 2016 an ist dann auch ein Großteil der Halogenlampen betroffen.

Nach Einschätzung von Experten wandeln Glühbirnen nur etwa fünf Prozent der aufgenommenen Energie in Licht um, der Rest wird als Wärme in den Raum abgegeben. Energiesparlampen dagegen wandeln nach Angaben des Umweltbundesamtes etwa 25 Prozent der Energie in Licht um und haben damit eine erheblich höhere Ausbeute als herkömmliche Glühbirnen. Das Einsparvolumen beim Strom wird auf 80 Prozent geschätzt.

Energieeffiziente Beleuchtungs-Techniken sollen den EU-Plänen zufolge im Jahr 2020 zu einer europaweiten Energieeinsparung von 39 Terawattstunden führen. Das entspricht der Leistung von vier großen Atomkraftwerken.

Umweltschützer hatten kritisiert, viele Händler wollten das Vermarktungsverbot unterlaufen. Etliche Bau- und Elektromärkte hätten ihre Lagerbestände an Glühlampen bis zuletzt randvoll aufgestockt, berichtete die Deutsche Umwelthilfe (DUH). Darauf deuteten Befragungen im August bei Elektro- und Baumärkten, Discountern, Möbelhäusern sowie Super- und Drogeriemärkten hin, sagte DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch. Mit diesen Birnen wollten viele Händler über die erste Stufe des Glühbirnen-Ausstiegs hinaus noch Kasse machen.

Der Naturschutzbund (Nabu) begrüßte die neuen Bestimmungen. «Wer seine eigenen vier Wände künftig mit Energiesparlampen statt Glühbirnen beleuchtet, braucht für die gleiche Lichtmenge nur ein Fünftel des Stroms», sagte Nabu-Geschäftsführer Leif Miller. Vereinfacht werden müsse jedoch die Rückgabe ausgedienter Energiesparlampen. Deren Quecksilber-Anteile dürften nicht im normalen Hausmüll landen.

Mit der Verordnung werden keine Lampenarten verboten, sondern Anforderungen an Effizienz und Tauglichkeit aufgestellt. Da herkömmliche Lampen diesen Anforderungen nicht entsprechen, müssen sie schrittweise vom Markt weichen. Restbestände der betroffenen Lampenarten dürfen abverkauft werden. Die Verordnung regelt nur, was zukünftig in den Handel gebracht werden darf.

DPA


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