Dänischer Atomphysiker Aage Bohr mit 87 gestorben

  • 11. September 2009

Der dänische Atomphysiker und Nobelpreisträger Aage Bohr ist im Alter von 87 Jahren gestorben. Das berichtete die Nachrichtenagentur Ritzau am 10. September 2009 in Kopenhagen. Bohr war Sohn des weltberühmten Atomphysikers Niels Bohr (1885-1962), der 1922 ebenfalls einen Nobelpreis für seine Arbeit zur Erforschung der Atome erhalten hatte. Im selben Jahr wurde der Sohn Aage geboren.

Er folgte seinem Vater 1943 aus dem von den deutschen Nationalsozialisten besetzten Dänemark ins Exil in die USA und nach Großbritannien und beschäftigte sich wie Niels Bohr mit theoretischer Atomphysik. 1956 kehrten beide nach Kopenhagen zurück.

1975 erhielt er zusammen mit dem dänisch-amerikanischen Physiker Ben R. Mottelson (83) und dem US-Forscher James Rainwater (1917-1986) den Physik-Nobelpreis für ihre Forschungen zur Inneren Struktur des Atomkerns. In ihren Arbeiten kombinierten sie das Tröpfchenmodell des Atomkerns mit dem Schalenmodell. Sie konnten zeigen, dass sich ein nicht sphärisch symmetrisches Potential mit tröpfchenartigen Eigenschaften als gemeinsames Potential von individuellen Nukleonen mit eigenen Rotations- und Vibrationszuständen ergeben kann.

Bohr lehrte von 1956 bis 1992 an der Universität Kopenhagen und leitete nach dem Tod seines Vater 1963 bis 1970 das Niels-Bohr-Institut für theoretische Physik in Dänemarks Hauptstadt.

DPA


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