Physiker wegen Fälschungen weiter ohne Doktortitel

  • 29. October 2009

Widerspruch gegen Entzug des Doktorgrades zurückgewiesen.

Der Physiker Jan Hendrik Schön hat wegen massiver Fälschungsvorwürfe weiterhin keinen Anspruch auf seinen Doktortitel. Die Universität Konstanz, die ihm 2004 den Titel aberkannte, hat den Widerspruch Schöns abgewiesen. Die Hochschule begründete dies am 29. Oktober 2009 nach fünfjähriger Prüfung mit seinem späterem «erheblichem wissenschaftlichem Fehlverhalten». Der Physiker galt als brillant und war einst international gefeiert worden, weil er in seiner Zeit bei den amerikanischen Bell-Laboratorien von 1998 bis 2001 laufend sensationelle Ergebnisse veröffentlicht hatte. Das Labor hatte ihm jedoch 2002 in 16 Fällen Manipulationen von Daten nachgewiesen.

Schön hatte von 1988 bis 1993 in Konstanz studiert und 1998 mit einer Arbeit über Solarzellen seinen Doktor gemacht. Der Fachbereichsleiter Physik und Vorsitzende des Promotionsausschusses, Wolfgang Dieterich, sprach seinerzeit vom «größten Fälschungsskandal in der Physik der letzten 50 Jahre».

Das wissenschaftliche Fehlverhalten, das der Physiker zwar nicht im direkten Zusammenhang mit seiner Promotion, jedoch bei seinen späteren Arbeiten an den Tag gelegt hat, war der Grund für die nachträgliche Aberkennung des Doktortitels. Bei ihrer Entscheidung stützt sich die Konstanzer Hochschule auf das baden-württembergische Hochschulgesetz, das einen Titelentzug auch wegen späterer wissenschaftlicher Verfehlungen zulässt. Der 1970 geborene ehemalige Einser-Doktorand ist seit Bekanntwerden der Vorwürfe 2002 nicht mehr in der Öffentlichkeit aufgetreten.

DPA / Universität Konstanz


AL

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