Keine neuen Elite-Unis

  • 14. January 2004

Berlin (dpa) - Die neue Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Doris Ahnen (SPD), macht sich für eine kombinierte Breiten- und Spitzenförderung an den Universitäten stark. Eine Neugründung von Elite- oder Spitzenuniversitäten lehnte die rheinland-pfälzische Bildungsministerin bei der offiziellen Übernahme ihres Amtes am Mittwoch in Berlin ab.

Sie setzt vor allem auf die Förderung von Spitzenleistungen einzelner Fachbereiche. Unis könnten damit vorübergehend zu Elite- Einrichtungen werden, dieses Etikett aber auch wieder verlieren. «Ich bin gegen ein geschlossenes System von Elite-Universitäten», sagte Ahnen.

Ahnen bekräftigte auch ihre kritische Haltung zu Studiengebühren. Sie dürften auch nichts mit dem Zugang zu Spitzenuniversitäten zu tun haben. Vielmehr müsse die Abiturnote eine hohe Bedeutung behalten. Ahnen sagte, «wer einmal ein Etikett Elite-Uni erhält, muss es nicht immer behalten. Es muss ein Prozess bleiben». Dies muss nach ihrer Ansicht auch für die Berliner Humboldt-Universität gelten.

Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) hatte in der «Berliner Zeitung» vorgeschlagen, die Universität mit Geld des Bundes zu einer Elite-Hochschule auf internationalem Niveau auszubauen. Der Grünen- Spitzenpolitiker Joschka Fischer sieht in der Schaffung von Elite- Universitäten keinen Ausweg aus der Bildungskrise. Im Magazin «Stern» forderte Fischer, Deutschland müsse an der Spitze wettbewerbsfähig sein, könne es sich aber nicht erlauben, «Begabungsreserven brachliegen zu lassen».

Ahnen forderte die Länder auf, 2004 Reformen im Bildungsbereich zügig umzusetzen. Trotz der angespannten Haushalte müsse der Handlungsspielraum für Investitionen in die Bildung erhöht werden. In diesem Jahr soll auch das neue wissenschaftliche Institut der Länder zur Qualitätssicherung seine Arbeit aufnehmen. Es soll länderübergreifend die Einhaltung der Bildungsstandards überprüfen. Deutschland wird auch an den weiteren internationalen PISA- Vergleichen teilnehmen, kündigte Ahnen an.

«Mehr Selbstständigkeit für die einzelnen Schulen, gemeinsame Standards und regelmäßige Überprüfung», forderte sie als «Dreiklang». Als «überzeugte Föderalistin» setzt sich Ahnen auch dafür ein, dass die Länder ihre Zuständigkeiten für die Bildungspolitik behalten. Die KMK wird in der ersten Jahreshälfte Vorschläge für eine Reform vorlegen. Sie zielen vor allem auf zügigere Beschlussfassungen ab. In der Arbeitsaufteilung zwischen Bund und Ländern will Ahnen keine grundsätzlich neuen Wege gehen.

Der Deutsche Kulturrat, der Spitzenverband der bundesweiten Kulturverbände, begrüßte die Ankündigung der neuen KMK-Präsidentin, die Zusammenarbeit von Schule und Kulturbereich zu stärken.

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