Deutschland ist beliebt

  • 27. October 2004


 

Die Zahl ausländischer Studierenden in Deutschland wächst. Doch mit dem Diplom in der Tasche kehren viele Deutschland wieder den Rücken.

Köln (dpa) - Es gibt nicht viele Dinge, die die angehende Mathematikerin Katharina Sokolow (25) aus Russland nach ihrem Studium in Deutschland halten könnten. «Entweder die große Liebe oder ein sicherer Job.» Sie ist eine von den 1200 ausländischen Studierenden, die in diesem Wintersemester ihr Studium an der Universität Köln beginnen. Mit Mathematik hat sie sich für ein Fach entschieden, mit dem sie in Deutschland sehr willkommen ist. Denn viele ihrer deutschen Kommilitonen verschmähen Studiengänge wie Ingenieur- und Naturwissenschaften oder Mathematik.

Zu Semesterbeginn hat das Akademische Auslandsamt Köln eine Flut an Anfragen zu bewältigen. «Die Zahl ist dramatisch auf eine solche Menge gestiegen, die wir kaum bewältigen können», sagt Amtsleiter Stefan Bildhauer. Was für Bildhauer und seine Kollegen mehr Arbeit bedeutet, freut den Deutschen Akademische Austauschdienst (DAAD): Seit 2001 rührt er verstärkt die Werbetrommel für den Hochschulstandort Deutschland. Seitdem stieg deutschlandweit die Zahl ausländischer Studierender um 60 000 auf 180 000 an.

Vom internationalen Publikum versprechen sich Hochschulen und Politik Vorteile für den Bildungsstandort Deutschland. «Zum einen ist es so, dass vor allem in den natur- und ingenieurwissenschaftlichen Fächern deutliche Rückgänge an Studienanfängern und Absolventen zu verzeichnen sind. Den Universitäten geht in diesen Fächern der wissenschaftliche Nachwuchs aus», sagt Christian Müller, der Leiter der Arbeitsgruppe Kommunikation und Marketing des DAAD. «Und nicht zu vergessen: Mobile junge Studierende lassen auch Geld hier.»

Für ein internationales Marketing haben sich die Hochschulen zu der Initiative «GATE-Germany» zusammengeschlossen. «Schwerpunktmäßig arbeiten wir auf Bildungsmessen im asiatischen, lateinamerikanischen, mittel- und osteuropäischen Raum», sagt Müller. Ministerien und Forschungsinstitutionen haben die «konzertierte Aktion für den Bildungs- und Forschungsstandort Deutschland» angestoßen. Die Themen sind Rechtsfragen, Studienbedingungen und Arbeitsmöglichkeiten.

Das Diplom in der Tasche kehren viele ausländische Studierende Deutschland den Rücken. Um die gut ausgebildeten Nachwuchskräfte halten zu können, bietet die Universität Köln den «Career Service», eine Plattform zur Berufsorientierung und für Zusatzqualifikationen an. Das neue Zuwanderungsgesetz, das 2005 in Kraft tritt, verschafft ausländischen Studierenden mehr Flexibilität. «Studienabsolventen dürfen nach erfolgreichem Studienabschluss in Deutschland ein Jahr zur Suche eines angemessenen Arbeitsplatzes bleiben», sagt Sabine Seidler, Sprecherin der Zentralstelle für Arbeitsvermittlung.

In Deutschland ansässige Unternehmen profitieren wiederum von jungen Akademikern, die es nach dem Studienabschluss in die Heimat zieht. «Für ein Export orientiertes Land ist es wichtig, über globale Netzwerke zu verfügen», sagt Christiane Konegen-Grenier, Leiterin des Referats Hochschule am Institut der deutschen Wirtschaft (IW). «Mehr als jedes zweite große Unternehmen rekrutiert seine Arbeitskräfte international. Mit Akademikern, die ihre Qualifikation in Deutschland erworben haben, aber in dem Heimatland verankert sind, ist es leichter, sich sprachlich und kulturell auszutauschen.»

Steffi Dörries, dpa

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