Studiengebühren für alle

  • 12. December 2005


Studiengebühren für alle 

Hannover (dpa) - Trotz heftiger Proteste hat Niedersachsen als erstes Bundesland Studiengebühren für alle Studenten beschlossen. Erstsemester müssen von Herbst 2006 an 500 Euro pro Halbjahr zahlen. Vom Frühjahr 2007 an werden sämtliche Studenten zur Kasse gebeten. Wissenschaftsminister Lutz Stratmann (CDU) sagte am Freitag nach der Entscheidung im Landtag in Hannover, die Wettbewerbsfähigkeit der Hochschulen werde damit verbessert. Andere unionsgeführte Länder wollen demnächst mit ähnlichen Modellen nachziehen.

Die Einführung der Gebühren für alle Studenten war in Niedersachsen besonders von Studentenvertretern und der Opposition aus SPD und Grünen scharf kritisiert worden. Einkommensschwache Menschen würden vom Studium abgehalten. Zudem sei offen, ob die Hochschulen mit den zusätzlichen Einnahmen die Studienbedingungen grundsätzlich verbessern könnten. Langzeitstudenten müssen seit längerem Gebühren zahlen, wenn sie die Regelstudienzeit um mehr als zwei Jahre überschreiten.

Auf Grund der Gebühren für alle Studenten können die Unis und Fachhochschulen 2007 mit zusätzlichen Einnahmen von rund 130 Millionen Euro rechnen. Studenten, die Kinder oder pflegebedürftige Angehörige betreuen, müssen die neuen Gebühren nicht zahlen. Den Universitäten wird es freigestellt, besonders begabten oder sozial sehr engagierten Studenten die Gebühren zu erlassen. Das Land bietet allen Studenten - auch denen mit eigenem Einkommen oder vermögenden Eltern - einen Kredit an, allerdings ausschließlich zur Finanzierung der Gebühren.

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