Mehr Anfänger und Absolventen

  • 05. September 2006


Bad Honnef – Physik ist weiterhin ein gefragtes Studienfach: Die Gesamtzahl der Studienanfänger hat gegenüber dem Vorjahr um knapp fünf Prozent auf 8.880 zugenommen. Das Ausbildungsspektrum wird dabei immer facettenreicher, denn mittlerweile entscheiden sich über 20 Prozent der Anfänger für ein Bachelor- oder Master-Curriculum oder für einen interdisziplinären Studiengang mit physikalischem Schwerpunkt. Gleichzeitig ist die Zahl der Absolventen mit Diplomabschluss um rund 18 Prozent gestiegen. Dies berichtet die Mitgliederzeitschrift der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) in ihrer aktuellen Ausgabe (Physik Journal 5 (2006), 8/9).


Die neueste Studienstatistik – sie umfasst das Wintersemester 2005/2006 und das Sommersemester 2006 – wurde wie jedes Jahr von der Konferenz der Fachbereiche Physik (KFP) erhoben. Die Umfrage unter rund 60 Universitäten zeichnet ein bundesweites Bild der Neuzugänge, Zwischenprüfungen und Abschlüsse im Fach Physik. Demnach haben sich bereits im vierten Jahr in Folge wiederum mehr als 8.000 Studienanfänger für ein Physikstudium entschieden. Davon wählten 1.542 Anfänger die Ausbildung zum Physik-Lehrer bzw. zur Physik-Lehrerin – ähnlich viele wie im Jahr zuvor.


Zurückgegangen sind indes die Neueinschreibungen für das Diplomstudium: diese fielen um knapp sechs Prozent auf 5.329. „Das klare Profil der bisherigen Physikausbildung ist im Umbruch“, meint dazu Professor Axel Haase, DPG-Vorstandsmitglied für Bildung und Ausbildung und KFP-Vorsitzender. „Da sich mittlerweile viele Universitäten auf Bachelor- und Master-Curricula umgestellt haben, schlagen immer weniger Studierende ein klassisches Diplomstudium ein. Außerdem gibt es immer mehr interdisziplinäre Studiengänge.“ So bieten inzwischen 32 Fakultäten neue Studienrichtungen mit physikalischem Schwerpunkt an – vom Diplomstudiengang in Biophysik oder Nanostrukturwissenschaften bis zum Physik-Bachelor. Mit aktuell 2.009 Anfängern – fast 60 Prozent mehr als im Vorjahr – verbuchten die neuen Studienfächer Rekordzugänge.


Einige dieser Curricula kombinieren straffe Organisation mit intensiver Betreuung. Auf den Studienerfolg scheint sich dies bislang nicht auszuwirken. „Insbesondere ist nicht erkennbar, dass Bachelor-Studiengänge zu einem Rückgang der Abbrecherquote führen, wie dies hier und da prognostiziert wurde“, so Haase. Größte Hürde ist in der Physik nach wie vor das erste Studienjahr. Beim Diplomstudium geben rund 40 Prozent der Studierenden während dieser Zeit auf. „Später sinken die Studierendenzahlen noch einmal in geringem Ausmaß bis zum Vordiplom“, erläutert Axel Haase. „Danach brechen allerdings nur noch wenige ihr Studium ab. Wer also die ersten vier Semester besteht, einschließlich des Vordiploms, der hat gute Chancen letztendlich seinen Abschluss zu machen.“ Dem Trend der letzten Jahre folgend ist die Zahl der Diplomprüfungen erneut gestiegen. Insgesamt 1.566 Studierende machten ihren Abschluss – ein Zuwachs von rund 18 Prozent.


Die aktuelle Erhebung zeigt auch, dass die Zahl der Promotionen geschrumpft ist: bundesweit wurden 1.185 Doktortitel vergeben – knapp acht Prozent weniger als im Jahr zuvor. „Dies war zu erwarten, denn seit langem gibt es einen stetigen Rückgang“, unterstreicht Haase. „In den vergangenen zehn Jahren hatte sich die Zahl der Diplomabschlüsse nahezu halbiert, insofern haben auch weniger Absolventen ihr Physikstudium um eine Promotion ergänzen können. Erst seit zwei Jahren gibt es wieder mehr Diplomabschlüsse und bis sich diese Entwicklung bei den Promotionen bemerkbar macht, braucht es seine Zeit.“ Die Anwärter auf einen Doktortitel stammen im Übrigen nicht nur aus heimischen Universitäten: laut KFP-Umfrage kommen rund 25 Prozent der Doktoranden aus dem Ausland. „Dies ist ein durchaus respektables Ergebnis“, meint Axel Haase, „und zeigt die internationale Attraktivität der deutschen Physikfachbereiche.“


Quelle: DPG


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