Erste Elite-Universitäten

  • 13. October 2006

Karlsruhe und die beiden Münchner Unis erste Elite-Universitäten

Bonn (dpa) - Die beiden Münchner Hochschulen und die TH Karlsruhe sind die ersten deutschen Elite-Universitäten. Das erfuhr die dpa am Freitag in Bonn aus dem Bewilligungsausschuss. Dieses Ergebnis wurde auch von mehreren Landeswissenschaftsministern bestätigt. Die drei Hochschulen können in den nächsten fünf Jahren ihre Spitzenforschung mit insgesamt jeweils mehr als 100 Millionen Euro von Bund und Ländern ausbauen.

Eine Reihe von Ministern aus Bundesländern äußerten sich unzufrieden mit dem Verfahren, bei dem internationale Wissenschaftler die Anträge begutachteten. Bayerns Wissenschaftsminister Thomas Goppel (CSU) sagte, Wissenschaftler hätten die Entscheidung getroffen, «die Politik muss das zur Kenntnis nehmen».

Als eindeutiger Sieger aus dieser ersten Runde gingen bayerische Hochschulen hervor. Sie stellten nicht nur zwei Eliteuniversitäten sondern räumten auch bei den weiteren Förderlinien - Graduiertenschulen und Spitzenforschungszentren - ab. Deutlich vorn bei den anderen Auszeichnungen liegt Baden-Württemberg. Nordrhein- Westfalen folgt im Mittelfeld vor Niedersachsen und Hessen. Der ganze Osten geht außer Sachsen leer aus.

Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) sprach von einem bedeutenden Tag für die Wissenschaft in Deutschland. «Die Exzellenzinitiative sei ein «wichtiges Signal an unsere Hochschulen für die Stärkung der universitären Forschung».

Schavan sagte, die Exzellenzinitiative habe in den Hochschulen viel Dynamik ausgelöst. Die Entscheidung im Bewilligungsausschuss sei mit allen 39 Stimmen der Wissenschaft und allen 32 Stimmen des Bundes und der 16 Länder beschlossen worden. Zu der Kritik mehrerer Minister am Verfahren sagte Bayerns Ressortchef Thomas Goppel (CSU), Wissenschaftler hätten die Entscheidung getroffen, «die Politik muss das zur Kenntnis nehmen».

Graduiertenschulen erhalten die RWTH Aachen, die FU Berlin, die Humboldt Uni Berlin, die TU Berlin, die Ruhr Uni Bochum, die Uni Bonn, die Uni Bremen, die TU Dresden, die Uni Erlangen/Nürnberg, die Uni Freiburg, die Uni Gießen, die Mediziische Hochschule Hannover, die Uni Heidelberg, die Uni Karlsruhe (TH), die Uni Mannheim, die Uni München, die TU München und die Uni Würzburg.

Spitzenforschungszentren (Exzellenzcluster) werden: RWTH Aachen (zwei Mal), Uni Bonn, TU Dresden, Uni Frankfurt/Main, Uni Gießen, Uni Göttingen, Medizinische Hochschule Hannover, Uni Heidelberg, Uni Karlsruhe (TH), Uni Kiel, Uni Konstanz, Uni München (drei Mal) und die TU München (zwei Mal). 

Mit den Entscheidungen endete die erste Runde in dem Bund-Länder- Programm «Exzellenzinitiative» zum Ausbau der universitären Spitzenforschung. Mit dem insgesamt 1,9 Milliarden Euro umfassenden Programm sollen für fünf Jahre die Entwicklung von Elite- Universitäten, der Aufbau international anerkannter Spitzenforschungszentren an Universitäten und Graduierten-Kollegs für Nachwuchswissenschaftler gefördert werden. Der Bund trägt 75 Prozent der Kosten und die Länder 25 Prozent.

 

Hintergrund Exzellenzinitiative:
Mit dem Förderprogramm Exzellenzinitiative soll die Spitzenforschung an deutschen Universitäten ausgebaut werden. Breiteres Ziel ist es, den Wissenschaftsstandort Deutschland auf Dauer zu stärken und seine internationale Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. In dem nach langem Ringen verabschiedeten Bund-Länder- Programm stehen von 2006 bis 2011 für fünf Jahre insgesamt 1,9 Milliarden Euro zur Verfügung.

Das Geld soll in drei Förderrichtlinien eingesetzt werden: für Zukunftskonzepte bereits erfolgreicher Hochschulen als Elite- Universitäten, für Graduiertenschulen zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und für Spitzenforschungszentren (Exzellenzcluster). Ein relativ großer Teil der Mittel soll an wenige Elite-Universitäten (je Hochschule etwa 120 Millionen Euro) fließen.

Bei zwei Ausschreibungsrunden - die erste wurde mit den Entscheidungen von diesem Freitag in Bonn beendet - können sich alle deutsche Universitäten bewerben. Nach Begutachtung der Anträge durch internationale besetze Gutachtergruppen entscheidet ein Bewilligungsausschuss, dem neben der Wissenschaft auch die Politik angehört.

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