Zwölf weitere Graduiertenkollegs

  • 01. June 2010


Die Promotionsprogramme werden in der ersten Förderperiode von viereinhalb Jahren von der DFG mit einer Summe von insgesamt rund 45 Millionen Euro gefördert.

Zur weiteren Stärkung des wissenschaftlichen Nachwuchses in Deutschland richtet die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) zwölf neue Graduiertenkollegs ein. Dies wurde jetzt vom zuständigen Bewilligungsausschuss in Bonn beschlossen. Die Themen reichen von Algebra und Infektionskrankheiten über „weiche Materie“ bis zu Visualisierungen. Die neuen Graduiertenkollegs bieten Doktorandinnen und Doktoranden die Chance, in einem strukturierten Forschungs- und Qualifizierungsprogramm auf hohem fachlichem Niveau zu promovieren.

Zwei der neuen Graduiertenkollegs – ein lebenswissenschaftliches in Erlangen-Nürnberg und ein wirtschaftswissenschaftliches in Bonn – haben für ihre jeweiligen Wissenschaftsbereiche innovative Modelle für einen sogenannten „Fast track“ entwickelt. Durch diesen sollen hervorragende Bachelor-Absolventen einen raschen qualitativ hochwertigen Zugang zum Promotionsstudium erhalten.

Neben den innovativen Modellen erhöht eine bereits im vergangenen Jahr beschlossene Neuerung die Attraktivität einer Promotion im Rahmen eines Graduiertenkollegs: Nunmehr können für Doktorandinnen und Doktoranden in allen Disziplinen neben Stipendien auch Stellen finanziert werden, wenn die nationale und internationale Wettbewerbssituation innerhalb und außerhalb des Wissenschaftssystems dies erfordert. Dies bringt neben den in der europäischen Forschercharta geforderten attraktiven Finanzierungsbedingungen auch einen angemessenen Sozialversicherungsschutz mit sich. Gleichzeitig wird mit Stellen ein Beitrag zur Gleichstellung von Männern und Frauen geleistet.

Drei der neuen Einrichtungen sind Internationale Graduiertenkollegs, die eng mit ausländischen Universitäten in Frankreich und Indien kooperieren. Das Internationale GRK 1627 „Virtual Materials and Structures and their Validation” will ein Forum für Forschung und Entwicklung der neuesten Methoden im Bereich von numerischen Simulationsverfahren, von virtuellen Experimenten und ihrer Validierung schaffen. Die beteiligten Forscherinnen und Forscher aus Frankreich und Deutschland reagieren damit auf den hohen Forschungsbedarf, um robuste und zuverlässige Berechnungswerkzeuge für die Durchführung virtueller Experimente von Materialien und Strukturen zu entwickeln zu können. Daran orientieren sich die Schwerpunkte des interdisziplinären Forschungsprogramms, etwa die Arbeit an Themen der Methodik und der simulativen Durchführung virtueller Experimente sowie deren Validierung für Materialien und Strukturen. (Sprecherhochschule: Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover; Sprecher: Peter Wriggers; Kooperationspartner: Ecole Normale Supérieure de Cachan, Frankreich)

Wie sieht die Zukunft in der Materialforschung aus? In Forschung und Lehre stellt die „Weiche Materie“ ein wachsendes Fachgebiet dar, das Chemiker, Physiker und Ingenieure gleichermaßen fasziniert. Grund hierfür sind die Eigenschaften weicher Materialien – etwa deren Fähigkeit, auf äußere Reize zu reagieren. Bei der Herstellung von innovativen Materialien werden diese bereits genutzt; dabei entstehen jedoch komplexe Systeme. Das Internationale GRK 1642 „Weiche Materie: Von molekularen Kräften zu neuen Materialien“ befasst sich mit der Herausforderung, die Synergien zwischen den steuernden Faktoren zu verstehen, sodass deren Einfluss auf die Materialeigenschaften kontrollierbar wird. (Sprecherhochschule: Albert-Ludwigs-Universität Freiburg; Sprecher: Günter Reiter; Kooperationspartner: Université de Strasbourg, Frankreich)

Multichromophore Systeme umfassend zu bearbeiten, ist Ziel des Graduiertenkollegs 1640 „Fotophysik synthetischer und biologischer multichromophorer Systeme“. Solche Systeme spielen zum Beispiel eine wichtige Rolle bei der Fotosynthese, der Entwicklung von organischen Solarzellen oder in der allgemeinen molekularen Elektronik. Neben der Anwendungsrelevanz sind diese Systeme auch deswegen interessant, weil sie Erkenntnisse zu fundamentalen Fragestellungen aus Physik und Chemie der kondensierten Materie erlauben. Um systematische Fortschritte auf diesem Gebiet zu erzielen, sollen Konzepte, Erfahrungen und methodisches Wissen aus Physik und Chemie kombiniert werden. Sprecherhochschule ist die Universität Bayreuth (Sprecher: Jürgen Köhler).

Die neuen Promotionsprogramme werden in der ersten Förderperiode von viereinhalb Jahren von der DFG mit einer Summe von insgesamt rund 45 Millionen Euro (inklusive einer Programmpauschale für indirekte Kosten der Projekte) gefördert. Zusätzlich zu den zwölf Einrichtungen stimmte der Bewilligungsausschuss auch der Verlängerung von 19 Graduiertenkollegs zu. Die DFG fördert zurzeit 219 Graduiertenkollegs, davon 55 Internationale Kollegs.

Deutsche Forschungsgemeinschaft/KP


Weitere Infos:

Übersicht über die 12 Graduiertenkollegs sowie weitere Infos:

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