DFG richtet zehn neue Graduiertenkollegs ein

  • 30. November 2010

Hohe Zahl an Förderanträgen zeigt großes Interesse der Hochschulen an strukturierter Doktorandenausbildung.

Zur weiteren Stärkung des wissenschaftlichen Nachwuchses in Deutschland richtet die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) zehn neue Graduiertenkollegs (GRK) ein. Dies wurde jetzt vom zuständigen Bewilligungsausschuss der DFG in Bonn beschlossen. Auch die neuen Graduiertenkollegs bieten Doktorandinnen und Doktoranden die Chance, in einem strukturierten Forschungs- und Qualifizierungsprogramm auf hohem fachlichem Niveau zu promovieren. Drei der neuen Graduiertenkollegs beschäftigen sich mit rein physikalischen Themen.

Die neuen Promotionsprogramme werden in der ersten Förderperiode von viereinhalb Jahren von der DFG mit einer Summe von insgesamt knapp 30 Millionen Euro gefördert. Zusätzlich zu den zehn Einrichtungen stimmte der Bewilligungsausschuss der Verlängerung von 25 Graduiertenkollegs für eine weitere Periode zu. Die DFG finanziert zurzeit 215 Graduiertenkollegs, davon 54 Internationale Kollegs, in denen die Geförderten eng mit ausländischen Universitäten kooperieren.

Der Bewilligungsausschuss hatte auf seiner zweiten Sitzung in diesem Jahr über besonders zahlreiche Förderanträge zu entscheiden. Insgesamt lagen nach den vorangegangenen Begutachtungen 15 Anträge auf Einrichtung neuer Graduiertenkollegs und 33 Anträge zur Fortsetzung laufender Kollegs vor. „Dies zeigt, wie außerordentlich hoch das Interesse der Hochschulen an den Graduiertenkollegs und wie erfolgreich dieses Modell der strukturierten Doktorandenausbildung ist, das in diesem Jahr ja seinen 20. Geburtstag feiert“, unterstrich DFG-Präsident Matthias Kleiner nach Abschluss der Sitzung. Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses sei der DFG ein „zentrales Anliegen“, gerade für das kommende Jahr habe sie deshalb die Mittel für die Graduiertenkollegs aus den Geldern des vom Bund und von den Ländern getragenen Paktes für Forschung und Innovation noch einmal erhöht. „Angesichts der besonders hohen Zahl an Einrichtungs- und Fortsetzungsanträgen mussten wir dieses Mal im Hinblick auf die wissenschaftliche Qualität und die Fördersummen gleichwohl noch strengere Maßstäbe anlegen als sonst“, so Kleiner.

Neue physikalische Graduiertenkollegs im Einzelnen:

Die Entdeckung von Eisen-Arsen-Verbindungen als neue Klasse von Hochtemperatursupraleitern im Jahr 2008 hat zu einem neuen Aufbruch in der Erforschung des Phänomens Supraleitung geführt, der an den Beginn der Forschungen zur Hochtemperatursupraleitung vor circa 20 Jahren denken lässt. Ziel des GRK 1621 „Itineranter Magnetismus und Supraleitung in intermetallischen Verbindungen“ ist es nun, diese sogenannten Eisen-Pniktide und verwandte intermetallische Supraleiter zu untersuchen. Im Zentrum stehen die Aufklärung des bisher ungeklärten Mechanismus der Supraleitung in diesen Verbindungen sowie der Zusammenhang zwischen Magnetismus und Supraleitung, der an Kuprate und Schwer-Fermionen-Systeme erinnert. Weitere Ziele sind die systematische Suche nach neuen intermetallischen Systemen mit einer noch höheren kritischen Sprungtemperatur und die Erforschung des Anwendungspotenzials dieser Materialklasse.

(Sprecherhochschule: Technische Universität Dresden; Sprecher: Hans-Henning Klauß)

Mit dem GRK 1670 „Mathematics inspired by string theory and QFT” soll die Interaktion zwischen mathematischer Physik und physikalisch inspirierter Mathematik gefördert werden. Innovative Kernidee des Kollegs ist es, im Verbund von Vertreterinnen und Vertretern aus der Mathematik und mathematischen Physik eine dringend benötigte neue Generation von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern auszubilden, die an von der String- und Quantenfeldtheorie her physikalisch motivierten hochaktuellen Themen und Fragestellungen der Mathematik und mathematischen Physik arbeiten und dabei die Sprache der Physik verstehen. Dadurch, dass Doktorandinnen und Doktoranden in der Mathematik parallel zur Arbeit an den individuellen Promotionsprojekten in systematischer Weise die Sprache und Kultur der theoretischen Physik erlernen, soll ein wichtiger Schritt in Richtung einer aktiven Interdisziplinarität zwischen diesen beiden Fächern geleistet werden.

(Sprecherhochschule: Universität Hamburg; Sprecher: Bernd Siebert)

Im Bereich der experimentellen und theoretischen Teilchenphysik forscht das GRK 1694 „Elementarteilchenphysik bei höchster Energie und höchster Präzision“. Das Forschungsprofil des GRK orientiert sich an den neuesten Entwicklungen in diesem Bereich der Physik. Geplant sind Experimente am Large Hadron Collider (LHC), der seit März 2010 höchste Energien erschließt, sowie an weiteren internationalen Großexperimenten. Damit soll physikalisches Neuland betreten werden: Am LHC wird nach neuen Teilchen wie dem Higgs-Boson und möglichen supersymmetrischen Teilchen geforscht; darüber hinaus stehen im GRK seltene B-Zerfälle oder die absolute Bestimmung der Neutrino-Masse im Fokus. Weitere wichtige Aspekte sind die Entwicklung von verbesserten Analysemethoden und Detektoren im Bereich der LHC- und der Flavourphysik. (Sprechereinrichtung: Karlsruher Institut für Technologie (KIT); Sprecher: Dieter Zeppenfeld)

Weitere Schwerpunkte sind die zellulären Reaktionen auf ionisierende Strahlung, Wechselwirkungen, die bei Steuerungsprozessen von Märkten auftreten und translationale Ansätze in der Autoimmunitäts-Forschung.

DFG / AL


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