Vom Wandel des Hochschullehrerberufs

  • 18. April 2011

Professoren sind zufrieden mit den Arbeitsbedingungen, haben aber weniger Zeit für die Lehre.

Lehrende und Forschende an deutschen Hochschulen bewerten ihre Arbeitsbedingungen an den Hochschulen etwas positiver als noch in den 90er Jahren. Fast drei Viertel der deutschen Hochschullehrer sind mit ihrer beruflichen Situation "zufrieden bis sehr zufrieden". Zu diesem Ergebnis kommt die gerade veröffentlichte Studie „Der Wandel des Hochschullehrerberufs im internationalen Vergleich“ des Internationalen Zentrums für Hochschulforschung (INCHER) der Universität Kassel, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung in Auftrag gegeben wurde.

Allerdings finden die Professoren weniger Zeit für die Lehre als in den 90er Jahren. So haben Professoren an deutschen Universitäten im Jahr 2007 insgesamt 26 Prozent ihrer Arbeitszeit für Lehre, 38 Prozent für Forschung und 36 Prozent für andere Aufgaben aufgewandt. Gegenüber einer Vergleichsstudie von 1992 sind die Aufwendungen für die Lehre damit um gut ein Fünftel zurückgegangen. Mit dem zeitlichen Aufwand für die Lehre liegen die deutschen Professoren immer noch im internationalen Mittelfeld.

Deutlich gestiegen ist die Zahl der Professorinnen: Weibliche Wissenschaftler besetzten 2007 insgesamt 18 Prozent aller Professuren an deutschen Hochschulen und verdreifachten ihren Anteil damit im Vergleich zu 1992. Dennoch liegt Deutschland damit unter den untersuchten Ländern immer noch auf dem vorletzten Platz vor Japan. International gehören die deutschen Professoren zu denen, die besonders viel publizieren.

Die Studie beruht auf Erhebungen, die in einem internationalen Projekt von Hochschulforschern in 18 Ländern in allen Erdteilen vorgenommen wurden. Ziel war es, den Wandel der Berufssituation von Professoren und wissenschaftlichen Mitarbeitern an Universitäten und Fachhochschulen zu erfassen. Insgesamt zeigt sich, dass sich die Situation der Hochschulen in Deutschland seit Anfang der 90er Jahre drastisch geändert hat. Sie sind heute deutlich autonomer, erhalten weniger staatliche Vorgaben, müssen sich aber im Gegenzug häufigen Evaluationen und gestiegenen Erwartungen an die Qualität der Forschung stellen.

Universität Kassel / BMBF / MH

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