Spiegel oder Fernseher: Der Mirror-TV verbindet beides

  • 22. September 2003



Fast jeder hat es morgens eilig: Schnell noch vor dem Spiegel rasieren oder doch das „Morgenmagazin“ anschauen? – Diese Frage stellt sich für die Nutzer des „Spiegel-Bildschirms“, entwickelt vom Elektronikkonzern Philips, nicht mehr. Die Produktdesigner integrierten einfach einen Flüssigkristall-Bildschirm in einen Spiegel. Neben Fernsehprogrammen können auf den wahlweise gut 40 bis über 70 Zentimeter (17, 23, 30 Zoll) großen Monitoren auch Webseiten besucht oder für die Kinder Lehrfilme zum richtigen Zähneputzen ablaufen.

Der Mirror-TV besteht aus einem Spiegel und einem integrierten Flüssigkristall-Bildschirm. (Quelle: Philips)

Über die technischen Details, die einerseits eine gute Spiegelung und andererseits ein reflexionsfreies TV-Bild ermöglichen, gibt Philips nicht viel preis. Ein halbdurchlässiger Spiegel direkt auf dem LCD meistert diese Doppelaufgabe. Bei laufendem Fernsehprogramm sorgt er für eine spiegelungsfreie Durchsicht. Ist das Gerät abgeschaltet, reflektiert der Spiegel das einfallende Licht fast vollständig. Während gewöhnliche halbdurchlässige Spiegel mit einer Beschichtung arbeiten, die nur 50 Prozent des Lichts transmittieren, habe Philips mithilfe einer Polarisationsfolie als Spiegeloberfläche eine vollständige Transmission erreicht, heißt es bei dem Unternehmen.

Seine Feuertaufe erhielt dieses TV-Gerät für Flur oder Badezimmer im Philips-Testlabor „Homelab“ in Eindhoven. Dort wohnen ausgewählte Testpersonen einige Tage oder Wochen und probieren mögliche Innovationen aus. Kabellose High-Tech-Anwendungen, Verschmelzungen von HiFi- und TV-Welt mit dem PC und eben neue Monitor-Typen will der Konzern dadurch auf einen sinnvollen Nutzen überprüfen. Der TV-Spiegel gehört zu den ersten Produkten, die dieser High-Tech-Testwelt entspringen. Es soll 2005 auf den Markt kommen. Preise stehen allerdings noch nicht fest. Doch zielt der Konzern in erster Linie auf die Ausstattung von modernen Hotelzimmern.

Jan Oliver Löfken


Quelle: Physik Journal, Oktober 2003, S. 15
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