Preis für Hämoglobinsensor

  • 01. December 2003

Preis für Hämoglobinsensor

Berlin - Die Laser- und Medizin-Technologie GmbH, Berlin (LMTB) hat den Innovationspreis Berlin/Brandenburg 2003 für ein neues optisches Messverfahren zur Bestimmung der freien Hämoglobinkonzentration an ungeöffneten Blutkonserven erhalten. Der Hämoglobinsensor ermöglicht erstmalig eine objektive Qualitätskontrolle jeder Blutkonserve zur Entscheidung über die Verwendbarkeit zur Transfusion.

Die Haltbarkeit von Blutkonserven beträgt bei idealen Lagerungsbedingungen max. 49 Tage. Etwa 5 - 30 Prozent der Konserven kommen ungenutzt aus dem Operationssaal in die Blutbank zurück. Durch den Transport kann die Kühlkette unterbrochen werden, eine Qualitätssicherung findet derzeit nur durch Sichtkontrolle eines Facharztes statt, im Zweifelsfall wird die Blutkonserve verworfen. Statt dieser visuellen Kontrolle wird mit dem Hämoglobinsensor an einem mit dem Blutbeutel verbundenen Schlauch nach einer 24-stündigen Sedimentation der Erythrozyten eine optische Transmissionsmessung durchgeführt und die Hämoglobinkonzentration berechnet und angezeigt. Die vergleichenden Messungen im klinischen Labor an den geöffneten Blutkonserven haben eine sehr gute Übereinstimmung der Ergebnisse gezeigt.

Dieser Hämoglobinsensor ermöglicht erstmals eine objektive und zerstörungsfreie Qualitätskontrolle von Blutkonserven. (Quelle: LMTB)

Die Untersuchungen für das neue Messverfahren wurden in enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Medizinische Physik und Lasermedizin, Charité - Universitätsmedizin Berlin, durchgeführt. Eine Weiterentwicklung ist geplant, mit der das Verfahren deutlich beschleunigt wird.

Bei ca. 5 Mio. Blutkonserven im Jahr, die in Deutschland verbraucht werden, wird geschätzt, dass mit dem flächendeckenden Einsatz des Hämoglobinsensors mindestens 5 Prozent der Blutkonserven eingespart werden können. Dies wäre medizinisch und ökonomisch ein großer Nutzen, denn Blut ist ein knappes und wertvolles Gut. Die Spendenbereitschaft sinkt, es treten insbesondere in Ferienzeiten Versorgungsengpässe auf, und es muss aufgrund des veränderten Altersprofils und der größeren Bandbreite operativ zu behandelnder Erkrankungen mit einem steigenden Bedarf an Blutkonserven gerechnet werden.

Die Wissenschaftler der LMTB haben bisher einen Prototyp des Hämoglobinsensors entwickelt und das Verfahren in der Klinik erprobt. Für die klinische Evaluation und für die Weiterentwicklung und Produktion des Gerätes werden zurzeit Partner gesucht.

Quelle: idw

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