Elektronische Lektüre

  • 06. February 2006


Elektronische Lektüre

Physik Journal - Ein Prototyp für elektronisches Papier soll bereits in diesem Jahr auf den Markt kommen.

Stromsparend, kontrastreich und flexibel: Diese Vorzüge von elektronischem Papier heben Entwickler seit Jahren anhand von Prototypen heraus. Im kommenden April bringt nun das Unternehmen iRex Technologies, eine Philips-Ausgründung in Eindhoven, ein erstes Lesegerät auf den europäischen Markt. Der flache „Iliad“ bietet ein noch starres Display mit 16 Graustufen und einer Auflösung von etwa 160 Bildpunkten pro Zoll (dpi).

Dieser Prototyp für elektronisches Papier soll bereits in diesem Jahr auf den Markt kommen. (Foto: iRex)

Mit einer Akkuladung kann der Bildschirm in DIN A5-Größe Zeitungs- und Buchseiten etwa 30 Stunden lang anzeigen, Laptops erreichen heute kaum mehr als sechs Stunden. Möglich wird dies durch etwa eine halbe Million kleiner Kapseln mit einer Größe von hundert Mikrometern. In ihnen schwimmen schwarze und weiße Pigmente, die auf elektrische Spannungen von wenigen Volt reagieren. Je nach Polung an der Displayoberfläche wandern die negativ geladenen, schwarzen Kügelchen oder die positiv geladenen, weißen Gegenstücke zur vorderen Elektrode. Dort verharren sie und zeigen Buchstaben und Bilder auf weißem Hintergrund an, selbst wenn kein Strom mehr fließt. Erst bei einem erneuten Spannungspuls an den einzelnen Pixeln richten sich die Pigmente neu aus und zeigen die nächste Seite an.

Die Inhalte bezieht der Leser aus dem Internet und kann sie via Kabel oder über ein eingebautes WLAN-Modul schnurlos auf eine integrierte Speicherkarte laden. Notizen und elektronische Eselsohren können während des Lesens über eine berührungsempfindliche Schicht, vergleichbar mit dem Touchscreen eines PDA, vermerkt werden. Mit Gerätepreisen um 500 Euro zielt iRex auf Verlage, die den Iliad dann wiederum an ihre Kunden weitergeben sollen. Etwas teurer wird wahrscheinlich ein Lesegerät mit farbigem Bildschirm, den das Unternehmen noch 2006 bis zur Marktreife bringen möchte. Eine flexible Variante ist derzeit noch nicht geplant. Obwohl im Labor schon umgesetzt, erreichen biegsame Displays noch nicht die erforderliche Haltbarkeit von einigen Tausend Betriebsstunden.

Jan Oliver Löfken

Quelle: Physik Journal, Februar 2006, S. 14

Share |

Webinar

Einführung in die Simulation von Halbleiter-Bauelementen

  • 30. November 2017

Von Mosfets über LEDs bis zu Wafern – Halb­leiter­bau­elemente sind essen­tielle Bestand­teile moderner Tech­nik in nahezu allen Bran­chen. Die nume­ri­sche Simu­la­tion kann dabei ein wich­ti­ges Hilfs­mit­tel dar­stel­len, um diese Bau­elemen­te in ihrer Funk­tions­weise zu analy­sie­ren und somit deren Kon­zep­tion zu er­leich­tern.

Alle Webinare »

Site Login

Bitte einloggen

Andere Optionen Login

Website Footer